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Trumps Welt ohne Klimawandel

Okay, nun ist das passiert, was fast alle f√ľr unm√∂glich gehalten haben. Die USA haben einen Pr√§sidenten, der nicht nur gegen Homosexuelle, Latinos, Schwarze und Fl√ľchtlinge sowieso wettert, sondern auch den Klimawandel leugnet und den Ausstieg aus dem Paris-Abkommen angek√ľndigt hat.

Auch wenn dies nicht so einfach ist und auch nicht so schnell geht, wie Trump sich das vielleicht w√ľnscht, ist ein Pr√§sident an der Spitze des zweitgr√∂√üten Emittenten von Klimagasen schlicht ein Desaster. Mit einem Anteil von ca. 16 Prozent w√§re ein Ausstieg der USA aus dem Weltklimavertrag das Aus f√ľr das sogenannte 2¬į Grad Ziel, von den anzustrebenden 1,5¬į Grad ganz zu schweigen. Dar√ľber hinaus ist zu bef√ľrchten, dass weitere Unterzeichnerl√§nder nun auch vorsichtiger werden und ihre konkreten Einsparziele so lange weichsp√ľlen, bis kaum noch Strukturen erkennbar sind. Das gilt auch f√ľr den mittlerweile vollkommen verwaschenen Klimaschutzplan Deutschlands, mit dem Bundesumweltministerin Hendricks nun nach Marrakesch fahren wird.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der kurzfristige Nutzen, und sei er auch noch so gering, viel mehr z√§hlt, als der langfristige Gewinn einer zukunftsf√§higen Lebensgrundlage f√ľr die Menschheit. Na dann gute Nacht.

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Die Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!

Sch√∂n zu sehen ist es, dass es immer mehr Aktionen und Initiativen gibt, die auch Kindern erkl√§ren, wie man CO2 einsparen kann und was genau das eigentlich ist, um so einen effektiven Schritt f√ľr mehr Klimaschutz zu tun. Unser Projekt ‚Äěener:kita‚Äú ist seit Jahren eine davon. Vor diesem Hintergrund machen sich momentan endlich mal die leidigen GEZ-Geb√ľhren bezahlt, denn die √∂ffentlich-rechtlichen Fernsehsender greifen Umwelt-, Klima- und soziale Themen verst√§rkt mit der Kika-Sendereihe ‚ÄěRespekt f√ľr meine Rechte‚Äú auf. Meine Tochter, 8 Jahre alt, hat nun seit Tagen das Stromsparfieber gepackt: Unter dem Titel ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú zieht sie ein von ZDFtivi produzierter Umwelt-Wettbewerb ganz in ihren Bann bzw. vor den Fernseher.

Unter dem Titel ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú l√§uft eine tolle Sendereihe auf Kika zum Thema CO2

Unter dem Titel ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú l√§uft eine tolle Sendereihe auf Kika zum Thema CO2

In dem Format geht es um drei vierköpfige Familien, die in verschiedenen Challenges gegeneinander antreten und versuchen, auf verschiedene Art und Weisen CO2 einzusparen. Ich sah mir zusammen mit meiner Tochter die Folge an, in der es um das Stromsparen im Haushalt ging. Zuerst wurde den Familien mit Hilfe einer Stromsparexpertin gezeigt, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen und wie hoch der Verbrauch nach einer Woche ist. So konnte auch meine Tochter verstehen, wie sehr sich Stromsparen lohnt.

Die Aufgabe war nun, eine Woche auf so viel Strom wie m√∂glich zu verzichten, dies sollte mit der Abgabe von jeweils drei Elektroger√§ten pro Person ausprobiert werden. Der Verzicht auf diese selbstgew√§hlten Luxusgegenst√§nde wie Smartphones, Tablets und Spielkonsolen stellte eine gro√üe Herausforderung nicht nur f√ľr die Kinder dar. Die restlichen Ger√§te wurden dann meist an sogenannte ‚ÄěSteckerleisten‚Äú mit Kippschalter angeschlossen, so dass immer nur dann Strom verbraucht wurde, wenn es wirklich n√∂tig war.

Die Familienteams namens Eisb√§r, Blauwal und Pinguin entwickelten einen gro√üen Kampfgeist, weniger Strom als ihre Konkurrenten zu verbrauchen. Zum Beispiel wurden Gl√ľhlampen durch LEDs ersetzt, welche sechsmal weniger Strom verbrauchen und somit auch weniger CO2 verursachen. Auch wurde das Waschprogramm von Sp√ľl- und Waschmaschine auf den Eco-Modus eingestellt, um hier die Effizienz zu erh√∂hen. Gegen Ende der Woche wurde die Challenge noch versch√§rft, als es darum ging, nur noch die Ger√§te zu nutzen, welche wirklich gebraucht werden. Eine Familie schaltete daf√ľr sogar alle Sicherungen ab, beleuchtete das Haus nur noch mit Kerzenlicht und lagerte ihre Lebensmittel statt im K√ľhlschrank im Keller. Da wurde wirklich deutlich, wie sehr unser gesamter Alltag von Energie abh√§ngig ist.

Ich habe am Ende gedacht, dass ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú auch gut zur besten Sendezeit auf ARD und ZDF laufen k√∂nnte, um Informationsdefizite unter Erwachsenen abzubauen. Denn hier haben die Eltern mindestens eben so viel gelernt wie ihre Kinder. Heute Abend wird √ľbrigens bei uns zu Hause wieder eingeschaltet. Es geht diesmal ‚Äěum die Wurst‚Äú und wie unsere Ern√§hrung die pers√∂nliche CO2-Bilanz beeinflusst.

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Blauer Himmel, Strand und eine gerettete Meeresschildkröte

Auf dem Weg zur√ľck in die Freiheit.

Caretta Caretta: Auf dem Weg zur√ľck in die Freiheit.

Auf der griechischen Insel Kreta, eine der Hauptinseln f√ľr die Gelege der unechten Karettschildkr√∂te (Caretta Caretta), setzt sich die Umweltorganisation Archelon seit √ľber 20 Jahren daf√ľr ein, diese durch Fischerei, Tourismus und Plastikverschmutzung im Meer gef√§hrdete Tierart zu retten.

In unserem Urlaub auf der Insel, deren An- und Abreise selbstverst√§ndlich √ľber Moorzertifikate kompensiert wurden, haben wir unseren Sohn Paul-Jannis bei seiner Arbeit f√ľr Archelon begleiten d√ľrfen. Zusammen mit mehr als 40 Freiwilligen aus der ganzen Welt werden die Hauptstr√§nde zur Nestablage jede Nacht und jeden Morgen abgelaufen, um gef√§hrdete Gelege zu identifizieren und gegebenenfalls umzusetzen. Au√üerdem werden in den Hotels Vortr√§ge gehalten und in den Hochburgen des touristischen Get√ľmmels an Info-Kiosken informiert.

Nach Monaten in der Rettungsstation in Athen wird die Schildkröte ausgewildert.

Nach Monaten in der Rettungsstation in Athen wird diese Meeresschildkröte ausgewildert.

Ein ganz besonderes Highlight war die Auswilderung einer m√§nnlichen Schildkr√∂te, die ich von der F√§hre abholen durfte und die dann am Strand von Rethimnon ausgesetzt wurde. F√ľr mich, meine Frau und die Gro√üeltern meines Sohnes ein sehr eindr√ľckliches und emotionales Erlebnis. Bleibt zu hoffen, dass die Aufkl√§rungsarbeit und die sehr aufreibenden, konkreten Schutzbem√ľhungen der engagierten jungen Menschen von Erfolg gekr√∂nt werden. Ein Indiz, das daf√ľr spricht: zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Anzahl der Gelege gegen√ľber dem Vorjahr gestiegen. Wer mehr √ľber die Organisation wissen m√∂chte, die sich ausschlie√ülich √ľber Spenden refinanziert und diese dringend ben√∂tigt, empfehle ich einen Blick auf die Webseite.

Der Panzer ist gezeichnet von Misshandlungen, ihr Magen war voller Plastik, welches die Schildkröten mit ihrer Haupnahrung den Quallen verwechseln.

Der Panzer ist gezeichnet von Misshandlungen, ihr Magen war voller Plastik, welches die Meeresschildkröten mit ihrer Hauptnahrung Рden Quallen Рverwechseln.

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Kommunikation mal anders: Sprechen mit den Händen

Wir setzen Kommunikation meist mit Lautsprache gleich ‚Äď wir erz√§hlen laut, h√∂ren dem Anderen zu und sprechen eine Antwort aus. Wie aber verl√§uft Kommunikation, wenn man keine W√∂rter ausspricht und auch nicht h√∂rt, was der andere sagt? Das habe ich mich schon l√§nger gefragt und besuche deswegen in diesen Semesterferien einen Sprachkurs in Deutscher Geb√§rdensprache, den die Uni Oldenburg anbietet.

In Deutschland leben etwa 800.000 taube Menschen, die in der Geb√§rdensprache miteinander kommunizieren. Jedes Land besitzt eine eigene Geb√§rdensprache und innerhalb eines Landes herrschen sogar regionale Dialekte. In Deutschland spricht man die Deutsche Geb√§rdensprache¬† – sie ist allerdings kein ‚Äěgeb√§rdetes Deutsch‚Äú, sondern eine eigenst√§ndige und vollwertige Sprache mit eigener Grammatik, wie unsere Kursleiterin uns erkl√§rte. Die Geb√§rdensprache ist eine visuelle Sprache, in der man neben Handzeichen auch Mimik und K√∂rperhaltung einsetzt. So k√∂nnen auch abstrakte Sachverhalte dargestellt werden und dies in etwa gleicher Zeit wie in der Lautsprache.

Das heißt Bremen in Gebärdensprache

Das heißt Bremen in Gebärdensprache

Viele Geb√§rden versteht man intuitiv, wie die Geb√§rden f√ľr essen und schlafen. Ich habe gelernt, dass Geb√§rden oft √ľber einen geschichtlichen Hintergrund verf√ľgen: Die Geb√§rde f√ľr ‚ÄěDeutschland‚Äú beispielweise ‚Äď ein ausgestreckter Zeigefinger gen Himmel an der Stirn ‚Äď erinnert an die Pickelhaube aus dem vorletzten Jahrhundert. Auch werden Geb√§rden aus Charakteristika abgeleitet: Der Buchstaben ‚ÄúL‚Äú aus Daumen und Zeigefinger geformt und an das Kinn gehalten, symbolisiert ‚ÄěBremen‚Äú. Das ‚ÄěL‚Äú steht f√ľr ‚Äělanggestreckt‚Äú, weil die Stadt l√§nglich aufgebaut ist.

Das Geb√§rden macht mir sehr viel Spa√ü und ich freue mich, dass man schnelle Lernerfolge erzielen und schon nach wenigen Kursstunden relativ viel √ľber Geb√§rden erz√§hlen kann. Besonders gef√§llt mir, dass man seinen K√∂rper und seine Mimik einsetzt, was Kommunikation sehr pers√∂nlich macht. Spannend finde ich es auch, zu erfahren, wie taube Menschen ihren Alltag gestalten. Gegenst√§nde wie T√ľrklingel, Wecker und Babyphone, die √ľber Ton funktionieren, k√∂nnen f√ľr geh√∂rlose Menschen umgestaltet werden, sodass sie √ľber Lichtreflexe funktionieren.

Unsere Kursleiterin empfahl uns, den gel√§ufigen Begriff ‚Äětaubstumm‚Äú¬† besser zu vermeiden. Denn viele taube Menschen sind gar nicht stumm, sondern besitzen die F√§higkeit, zu sprechen. Weil ihnen jedoch die R√ľckkopplung √ľber das Ohr fehlt, h√∂ren sich die ausgesto√üenen Laute oft¬† ‚Äěunsauber‚Äú an. Das wissen viele geh√∂rlose Menschen und bevorzugen es daher, zu schweigen. Menschen, die nicht h√∂ren k√∂nnen, nennt man also besser ‚Äětaub‚Äú oder ‚Äěgeh√∂rlos‚Äú.

Ich habe gelernt, dass Menschen ohne Geh√∂r nicht behindert oder beeintr√§chtigt sind ‚Äď sie sprechen einfach nur eine andere Sprache. Sich n√§her mit dieser Sprache zu besch√§ftigen, kann ich nur empfehlen, denn sie ist in meinen Augen die vermutlich bildhafteste, lebendigste und ausdrucksst√§rkste Sprache √ľberhaupt.

Viele Volkshochschulen und Universitäten bieten Anfängerkurse in Deutscher Gebärdensprache an. Mehr Informationen zum Thema bietet der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. auf seiner Webseite.

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Idomeni: ecolo hilft mit morethanshelters

Eine E-Mail von Daniel Kerber, Gesch√§ftsf√ľhrer von morethanshelters, mit dem Hilferuf, seine Organisation in Idomeni zu unterst√ľtzen, erreichte ecolo diese Woche: „Babys kommen im Schlamm zur Welt, Krankheiten und Seuchen verbreiten sich ‚Äď sind wir eigentlich noch in Europa? Diese unglaublichen, schockierenden und traurigen Bilder aus Idomeni in Griechenland gehen seit vielen Tagen durch die Medien und sozialen Netzwerke. Mazedonien hat die Grenzen geschlossen und nun sitzen rund 15.000 Gefl√ľchtete in Idomeni fest. T√§glich kommen mehr. Die Gefl√ľchteten in Idomeni brauchen unsere Unterst√ľtzung. Mit dem DOMO-Zelt m√∂chten wir Schutzr√§ume zum Stillen und f√ľr √§rztliche Versorgung in Idomeni erm√∂glichen und begleiten.“

Wir Kolleginnen und Kollegen z√∂gerten nicht, angesichts der unmenschlichen Zust√§nde im Fl√ľchtlingscamp, f√ľr sein Vorhaben zu spenden. ecolo-Gesch√§ftsf√ľhrer Manfred und Andreas verdoppelten unseren Betrag noch. Wir kennen Daniel Kerber und morethanshelters seit 2013, als seine DOMO-Idee im IPP-Wettbewerb Hamburg in der Kategorie ‚ÄěIdee‚Äú gewann. DOMO ist eine mobile Notunterkunft, die komplett aus umweltvertr√§glichen Materialien hergestellt wird, einfach auf- und abgebaut oder erweitert werden kann. Ressourcen aus der Einsatzregion k√∂nnen integriert und alle Teile des DOMOs weiter verwendet werden, sodass kein Abfall anf√§llt, wenn die Unterk√ľnfte nicht mehr gebraucht werden. Die DOMOs stehen derzeit auch in Hamburg und kommen seit 2014 in einem syrischen Fl√ľchtlingscamp in Jordanien zum Einsatz.

Wir hoffen, dass mit den DOMOs die Not in Idomeni etwas gelindert werden kann und w√ľnschen morethanshelters noch viele weitere Unterst√ľtzer. √úbrigens wird jedes DOMO, das wir hier gemeinsam durch Spenden erm√∂glichen, auch von der Hans-Sauer-Stiftung verdoppelt!

 

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