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Abschied von einem Großen

Wagner at work 2013

Wagner at work 2013

„Das will keiner sehen.“ Gnadenlos rigoros, deutlich in Mimik und Intonation erstickte Ingo unsere Ideen f√ľr Pressefotos gerne mal direkt im Keim. Ja, daf√ľr kannten und liebten wir ihn, denn am Ende war er es, der mit den besten aller uns bekannten Fotografenaugen immer das ausdrucksst√§rkste Pressefoto f√ľr unsere Projekte schoss. So wurden auch wir √ľber die Jahre immer mutiger, unseren Kunden und Auftraggebern Motive √† la Ingo Wagner zu pr√§sentieren, auch wenn diese dort auf den ersten Blick manchmal ein Stirnrunzeln hervorriefen und uns dann einiges an  √úberzeugungsarbeit abverlangten. Aber was soll’s, mit den Null-acht-fuffzehn-Fotos bekommt man eben keine Berichterstattung, das haben wir sehr schnell von Ingo gelernt.

Zu den unz√§hligen Pressefotos aus fast zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit gesellten sich √§hnlich viele Veranstaltungsdokumentationen und Fotoshootings f√ľr verschiedenste Publikationen. Neben der unvergleichlichen fotografischen Qualit√§t, die Ingo Wagner ablieferte, sch√§tzten wir aber auch die unkomplizierte Zusammenarbeit und den Elan, mit dem er aus noch so trockenen Terminen irgendwie doch immer etwas rausholte, was wir guten Gewissens mit unseren Pressemitteilungen ver√∂ffentlichen konnten. Zuletzt haben wir auf Ingos Ansage hin einen alten Sessel auf den Marktplatz vor das Rathaus geschleppt und hatten so zumindest eine tolle Kulisse f√ľr unser Thema. Das war im August diesen Jahres, an unserem letzten Pressetermin mit Ingo.

Wir werden Ingo mitsamt all seinen Fotos, die er nicht mehr machen kann, sehr vermissen. Was uns bleibt, ist die Dankbarkeit, ihn gekannt und mit ihm gearbeitet haben zu d√ľrfen, und ein Bilderfundus, der uns immer an ihn erinnern wird. Wir verabschieden uns mit tiefem Respekt und gro√üer Wertsch√§tzung von „unserem“ Lieblingsfotografen.

Andreas, Regan, Lena, Lars, Manfred, Claudia, Renate, Karin und Nikolai sowie Jan, Sandra und Kerstin

Gemeinschaftsausstellung "Gesichter der Nachhaltigkeit" der "initiative umwelt unternehmen" vom 02.03.-08.05.2013 im Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen.

Pressefoto von Ingo Wagner 2013: Vor ihm ging auch die F√ľhrungsriege in die Knie.

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Die Ersten werden die Letzten sein

‚ÄěAmerica first‚Äú, so t√∂nt es immer wieder aus dem Wei√üen Haus und so pfiffen es die Spatzen bereits seit Wochen von den D√§chern: das gilt nun auch f√ľr die Abkehr der USA vom Pariser Klimaabkommen. Und unisono (ausgenommen Nicaragua und Syrien – die nat√ľrlichen Verb√ľndeten der USA in Sachen Klimal√ľge) wird dieser Schritt mit Erschrecken und Erstaunen aufgenommen. Wer genau hingeh√∂rt h√§tte, wusste aber schon vor Monaten, dass es so kommen w√ľrde und wer hoffte, dass die Einfl√ľsterer Ivanka Trump, ihr Ehegatte oder der Au√üenminister vielleicht doch Geh√∂r finden w√ľrden, wurde nun eines Besseren belehrt. Damit stellt sich das Land mit Weltmachtanspruch eindeutig auf die letzte Stufe und ist eindeutig isoliert und abgeh√§ngt ‚Äď auch wenn es, wie gerade vom Berliner Kreis der CDU geschehen, stehengebliebene Nachahmer gibt.

Was aber bedeutet der Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen nun wirklich?
Zun√§chst gibt es ein zumindest verbal ge√§u√üertes Zusammenr√ľcken der nach wie vor Willigen aus Europa, Asien und Kanada. Dabei bleibt dann allerdings auch nur das Prinzip Hoffnung, diesen Treuebekundungen nun auch konkrete politische Taten folgen zu lassen ‚Äď ganz besonders Merkel ist gefordert.

China reibt sich die H√§nde, da sie in der weiteren zentralstaatlich gesteuerten Umweltpolitik selbstverst√§ndlich ihre Chancen f√ľr ihre (Umwelt-)Technologien sehen und  ‚Äď zumindest nicht ganz unwahrscheinlich ‚Äď die USA (und Europa) auf diesem Sektor vor sich hertreiben werden.
Die schon heute abgeh√§ngten Staaten des S√ľdens werden noch weiter abgeh√§ngt, da selbstverst√§ndlich die finanziellen Versprechungen zur F√∂rderung des Klimaschutzes und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels in den besonders betroffenen L√§ndern des Pazifiks und Afrikas ohne die USA noch unwahrscheinlicher geworden sind.

Und schlie√ülich die Frage nach den Folgen f√ľr die Umwelt und damit der Beschleunigung des Klimawandels, in dessen Zusammenhang das 2¬į Grad Ziel zwar eine gute politische Orientierung aber keinesfalls ein realistisch zu erreichendes Szenario mehr ist. Sie werden zumindest mittelfristig nach Aussagen von unserem obersten Klimaexperten Mojib Latif √ľbersichtlich bleiben, da die USA mit gerade einmal 17 Prozent am Aussto√ü klimasch√§dlicher Gase beteiligt ist. Dem kann ich nicht beipflichten, denn jede Tonne Kohlendioxid zu viel wird uns den unumkehrbaren Kipppunkten entscheidender √Ėkosysteme auf unserm Planeten n√§her bringen, womit dann der Titel von Prof. Dr. Schellnhubers letzter Publikation ‚ÄěSelbstverbrennung‚Äú nicht mehr nur Warnung, sondern bittere Realit√§t werden w√ľrde.

So bleibt zu hoffen, dass die Trotzreaktion auch einiger Bundesstaaten und Kommunen in den USA im Sinne eines ‚ÄěJetzt erst recht‚Äú die Klimaschutzanstrengungen forciert und verbindlicher macht und damit die Regierung der USA ins Abseits stellt.

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Trumps Welt ohne Klimawandel

Okay, nun ist das passiert, was fast alle f√ľr unm√∂glich gehalten haben. Die USA haben einen Pr√§sidenten, der nicht nur gegen Homosexuelle, Latinos, Schwarze und Fl√ľchtlinge sowieso wettert, sondern auch den Klimawandel leugnet und den Ausstieg aus dem Paris-Abkommen angek√ľndigt hat.

Auch wenn dies nicht so einfach ist und auch nicht so schnell geht, wie Trump sich das vielleicht w√ľnscht, ist ein Pr√§sident an der Spitze des zweitgr√∂√üten Emittenten von Klimagasen schlicht ein Desaster. Mit einem Anteil von ca. 16 Prozent w√§re ein Ausstieg der USA aus dem Weltklimavertrag das Aus f√ľr das sogenannte 2¬į Grad Ziel, von den anzustrebenden 1,5¬į Grad ganz zu schweigen. Dar√ľber hinaus ist zu bef√ľrchten, dass weitere Unterzeichnerl√§nder nun auch vorsichtiger werden und ihre konkreten Einsparziele so lange weichsp√ľlen, bis kaum noch Strukturen erkennbar sind. Das gilt auch f√ľr den mittlerweile vollkommen verwaschenen Klimaschutzplan Deutschlands, mit dem Bundesumweltministerin Hendricks nun nach Marrakesch fahren wird.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der kurzfristige Nutzen, und sei er auch noch so gering, viel mehr z√§hlt, als der langfristige Gewinn einer zukunftsf√§higen Lebensgrundlage f√ľr die Menschheit. Na dann gute Nacht.

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Die Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!

Sch√∂n zu sehen ist es, dass es immer mehr Aktionen und Initiativen gibt, die auch Kindern erkl√§ren, wie man CO2 einsparen kann und was genau das eigentlich ist, um so einen effektiven Schritt f√ľr mehr Klimaschutz zu tun. Unser Projekt ‚Äěener:kita‚Äú ist seit Jahren eine davon. Vor diesem Hintergrund machen sich momentan endlich mal die leidigen GEZ-Geb√ľhren bezahlt, denn die √∂ffentlich-rechtlichen Fernsehsender greifen Umwelt-, Klima- und soziale Themen verst√§rkt mit der Kika-Sendereihe ‚ÄěRespekt f√ľr meine Rechte‚Äú auf. Meine Tochter, 8 Jahre alt, hat nun seit Tagen das Stromsparfieber gepackt: Unter dem Titel ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú zieht sie ein von ZDFtivi produzierter Umwelt-Wettbewerb ganz in ihren Bann bzw. vor den Fernseher.

Unter dem Titel ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú l√§uft eine tolle Sendereihe auf Kika zum Thema CO2

Unter dem Titel ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú l√§uft eine tolle Sendereihe auf Kika zum Thema CO2

In dem Format geht es um drei vierköpfige Familien, die in verschiedenen Challenges gegeneinander antreten und versuchen, auf verschiedene Art und Weisen CO2 einzusparen. Ich sah mir zusammen mit meiner Tochter die Folge an, in der es um das Stromsparen im Haushalt ging. Zuerst wurde den Familien mit Hilfe einer Stromsparexpertin gezeigt, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen und wie hoch der Verbrauch nach einer Woche ist. So konnte auch meine Tochter verstehen, wie sehr sich Stromsparen lohnt.

Die Aufgabe war nun, eine Woche auf so viel Strom wie m√∂glich zu verzichten, dies sollte mit der Abgabe von jeweils drei Elektroger√§ten pro Person ausprobiert werden. Der Verzicht auf diese selbstgew√§hlten Luxusgegenst√§nde wie Smartphones, Tablets und Spielkonsolen stellte eine gro√üe Herausforderung nicht nur f√ľr die Kinder dar. Die restlichen Ger√§te wurden dann meist an sogenannte ‚ÄěSteckerleisten‚Äú mit Kippschalter angeschlossen, so dass immer nur dann Strom verbraucht wurde, wenn es wirklich n√∂tig war.

Die Familienteams namens Eisb√§r, Blauwal und Pinguin entwickelten einen gro√üen Kampfgeist, weniger Strom als ihre Konkurrenten zu verbrauchen. Zum Beispiel wurden Gl√ľhlampen durch LEDs ersetzt, welche sechsmal weniger Strom verbrauchen und somit auch weniger CO2 verursachen. Auch wurde das Waschprogramm von Sp√ľl- und Waschmaschine auf den Eco-Modus eingestellt, um hier die Effizienz zu erh√∂hen. Gegen Ende der Woche wurde die Challenge noch versch√§rft, als es darum ging, nur noch die Ger√§te zu nutzen, welche wirklich gebraucht werden. Eine Familie schaltete daf√ľr sogar alle Sicherungen ab, beleuchtete das Haus nur noch mit Kerzenlicht und lagerte ihre Lebensmittel statt im K√ľhlschrank im Keller. Da wurde wirklich deutlich, wie sehr unser gesamter Alltag von Energie abh√§ngig ist.

Ich habe am Ende gedacht, dass ‚ÄěDie Klimaretter ‚Äď Wer spart, gewinnt!‚Äú auch gut zur besten Sendezeit auf ARD und ZDF laufen k√∂nnte, um Informationsdefizite unter Erwachsenen abzubauen. Denn hier haben die Eltern mindestens eben so viel gelernt wie ihre Kinder. Heute Abend wird √ľbrigens bei uns zu Hause wieder eingeschaltet. Es geht diesmal ‚Äěum die Wurst‚Äú und wie unsere Ern√§hrung die pers√∂nliche CO2-Bilanz beeinflusst.

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Blauer Himmel, Strand und eine gerettete Meeresschildkröte

Auf dem Weg zur√ľck in die Freiheit.

Caretta Caretta: Auf dem Weg zur√ľck in die Freiheit.

Auf der griechischen Insel Kreta, eine der Hauptinseln f√ľr die Gelege der unechten Karettschildkr√∂te (Caretta Caretta), setzt sich die Umweltorganisation Archelon seit √ľber 20 Jahren daf√ľr ein, diese durch Fischerei, Tourismus und Plastikverschmutzung im Meer gef√§hrdete Tierart zu retten.

In unserem Urlaub auf der Insel, deren An- und Abreise selbstverst√§ndlich √ľber Moorzertifikate kompensiert wurden, haben wir unseren Sohn Paul-Jannis bei seiner Arbeit f√ľr Archelon begleiten d√ľrfen. Zusammen mit mehr als 40 Freiwilligen aus der ganzen Welt werden die Hauptstr√§nde zur Nestablage jede Nacht und jeden Morgen abgelaufen, um gef√§hrdete Gelege zu identifizieren und gegebenenfalls umzusetzen. Au√üerdem werden in den Hotels Vortr√§ge gehalten und in den Hochburgen des touristischen Get√ľmmels an Info-Kiosken informiert.

Nach Monaten in der Rettungsstation in Athen wird die Schildkröte ausgewildert.

Nach Monaten in der Rettungsstation in Athen wird diese Meeresschildkröte ausgewildert.

Ein ganz besonderes Highlight war die Auswilderung einer m√§nnlichen Schildkr√∂te, die ich von der F√§hre abholen durfte und die dann am Strand von Rethimnon ausgesetzt wurde. F√ľr mich, meine Frau und die Gro√üeltern meines Sohnes ein sehr eindr√ľckliches und emotionales Erlebnis. Bleibt zu hoffen, dass die Aufkl√§rungsarbeit und die sehr aufreibenden, konkreten Schutzbem√ľhungen der engagierten jungen Menschen von Erfolg gekr√∂nt werden. Ein Indiz, das daf√ľr spricht: zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Anzahl der Gelege gegen√ľber dem Vorjahr gestiegen. Wer mehr √ľber die Organisation wissen m√∂chte, die sich ausschlie√ülich √ľber Spenden refinanziert und diese dringend ben√∂tigt, empfehle ich einen Blick auf die Webseite.

Der Panzer ist gezeichnet von Misshandlungen, ihr Magen war voller Plastik, welches die Schildkröten mit ihrer Haupnahrung den Quallen verwechseln.

Der Panzer ist gezeichnet von Misshandlungen, ihr Magen war voller Plastik, welches die Meeresschildkröten mit ihrer Hauptnahrung Рden Quallen Рverwechseln.

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