ecolo bloggt

Die Klimaretter – Wer spart, gewinnt!

Schön zu sehen ist es, dass es immer mehr Aktionen und Initiativen gibt, die auch Kindern erklären, wie man CO2 einsparen kann und was genau das eigentlich ist, um so einen effektiven Schritt für mehr Klimaschutz zu tun. Unser Projekt „ener:kita“ ist seit Jahren eine davon. Vor diesem Hintergrund machen sich momentan endlich mal die leidigen GEZ-Gebühren bezahlt, denn die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender greifen Umwelt-, Klima- und soziale Themen verstärkt mit der Kika-Sendereihe „Respekt für meine Rechte“ auf. Meine Tochter, 8 Jahre alt, hat nun seit Tagen das Stromsparfieber gepackt: Unter dem Titel „Die Klimaretter – Wer spart, gewinnt!“ zieht sie ein von ZDFtivi produzierter Umwelt-Wettbewerb ganz in ihren Bann bzw. vor den Fernseher.

Unter dem Titel „Die Klimaretter – Wer spart, gewinnt!“ läuft eine tolle Sendereihe auf Kika zum Thema CO2

Unter dem Titel „Die Klimaretter – Wer spart, gewinnt!“ läuft eine tolle Sendereihe auf Kika zum Thema CO2

In dem Format geht es um drei vierköpfige Familien, die in verschiedenen Challenges gegeneinander antreten und versuchen, auf verschiedene Art und Weisen CO2 einzusparen. Ich sah mir zusammen mit meiner Tochter die Folge an, in der es um das Stromsparen im Haushalt ging. Zuerst wurde den Familien mit Hilfe einer Stromsparexpertin gezeigt, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen und wie hoch der Verbrauch nach einer Woche ist. So konnte auch meine Tochter verstehen, wie sehr sich Stromsparen lohnt.

Die Aufgabe war nun, eine Woche auf so viel Strom wie möglich zu verzichten, dies sollte mit der Abgabe von jeweils drei Elektrogeräten pro Person ausprobiert werden. Der Verzicht auf diese selbstgewählten Luxusgegenstände wie Smartphones, Tablets und Spielkonsolen stellte eine große Herausforderung nicht nur für die Kinder dar. Die restlichen Geräte wurden dann meist an sogenannte „Steckerleisten“ mit Kippschalter angeschlossen, so dass immer nur dann Strom verbraucht wurde, wenn es wirklich nötig war.

Die Familienteams namens Eisbär, Blauwal und Pinguin entwickelten einen großen Kampfgeist, weniger Strom als ihre Konkurrenten zu verbrauchen. Zum Beispiel wurden Glühlampen durch LEDs ersetzt, welche sechsmal weniger Strom verbrauchen und somit auch weniger CO2 verursachen. Auch wurde das Waschprogramm von Spül- und Waschmaschine auf den Eco-Modus eingestellt, um hier die Effizienz zu erhöhen. Gegen Ende der Woche wurde die Challenge noch verschärft, als es darum ging, nur noch die Geräte zu nutzen, welche wirklich gebraucht werden. Eine Familie schaltete dafür sogar alle Sicherungen ab, beleuchtete das Haus nur noch mit Kerzenlicht und lagerte ihre Lebensmittel statt im Kühlschrank im Keller. Da wurde wirklich deutlich, wie sehr unser gesamter Alltag von Energie abhängig ist.

Ich habe am Ende gedacht, dass „Die Klimaretter – Wer spart, gewinnt!“ auch gut zur besten Sendezeit auf ARD und ZDF laufen könnte, um Informationsdefizite unter Erwachsenen abzubauen. Denn hier haben die Eltern mindestens eben so viel gelernt wie ihre Kinder. Heute Abend wird übrigens bei uns zu Hause wieder eingeschaltet. Es geht diesmal „um die Wurst“ und wie unsere Ernährung die persönliche CO2-Bilanz beeinflusst.

kommentieren

Blauer Himmel, Strand und eine gerettete Meeresschildkröte

Auf dem Weg zurĂĽck in die Freiheit.

Caretta Caretta: Auf dem Weg zurĂĽck in die Freiheit.

Auf der griechischen Insel Kreta, eine der Hauptinseln für die Gelege der unechten Karettschildkröte (Caretta Caretta), setzt sich die Umweltorganisation Archelon seit über 20 Jahren dafür ein, diese durch Fischerei, Tourismus und Plastikverschmutzung im Meer gefährdete Tierart zu retten.

In unserem Urlaub auf der Insel, deren An- und Abreise selbstverständlich über Moorzertifikate kompensiert wurden, haben wir unseren Sohn Paul-Jannis bei seiner Arbeit für Archelon begleiten dürfen. Zusammen mit mehr als 40 Freiwilligen aus der ganzen Welt werden die Hauptstrände zur Nestablage jede Nacht und jeden Morgen abgelaufen, um gefährdete Gelege zu identifizieren und gegebenenfalls umzusetzen. Außerdem werden in den Hotels Vorträge gehalten und in den Hochburgen des touristischen Getümmels an Info-Kiosken informiert.

Nach Monaten in der Rettungsstation in Athen wird die Schildkröte ausgewildert.

Nach Monaten in der Rettungsstation in Athen wird diese Meeresschildkröte ausgewildert.

Ein ganz besonderes Highlight war die Auswilderung einer männlichen Schildkröte, die ich von der Fähre abholen durfte und die dann am Strand von Rethimnon ausgesetzt wurde. Für mich, meine Frau und die Großeltern meines Sohnes ein sehr eindrückliches und emotionales Erlebnis. Bleibt zu hoffen, dass die Aufklärungsarbeit und die sehr aufreibenden, konkreten Schutzbemühungen der engagierten jungen Menschen von Erfolg gekrönt werden. Ein Indiz, das dafür spricht: zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Anzahl der Gelege gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wer mehr über die Organisation wissen möchte, die sich ausschließlich über Spenden refinanziert und diese dringend benötigt, empfehle ich einen Blick auf die Webseite.

Der Panzer ist gezeichnet von Misshandlungen, ihr Magen war voller Plastik, welches die Schildkröten mit ihrer Haupnahrung den Quallen verwechseln.

Der Panzer ist gezeichnet von Misshandlungen, ihr Magen war voller Plastik, welches die Meeresschildkröten mit ihrer Hauptnahrung – den Quallen – verwechseln.

kommentieren

Kommunikation mal anders: Sprechen mit den Händen

Wir setzen Kommunikation meist mit Lautsprache gleich – wir erzählen laut, hören dem Anderen zu und sprechen eine Antwort aus. Wie aber verläuft Kommunikation, wenn man keine Wörter ausspricht und auch nicht hört, was der andere sagt? Das habe ich mich schon länger gefragt und besuche deswegen in diesen Semesterferien einen Sprachkurs in Deutscher Gebärdensprache, den die Uni Oldenburg anbietet.

In Deutschland leben etwa 800.000 taube Menschen, die in der Gebärdensprache miteinander kommunizieren. Jedes Land besitzt eine eigene Gebärdensprache und innerhalb eines Landes herrschen sogar regionale Dialekte. In Deutschland spricht man die Deutsche Gebärdensprache  – sie ist allerdings kein „gebärdetes Deutsch“, sondern eine eigenständige und vollwertige Sprache mit eigener Grammatik, wie unsere Kursleiterin uns erklärte. Die Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache, in der man neben Handzeichen auch Mimik und Körperhaltung einsetzt. So können auch abstrakte Sachverhalte dargestellt werden und dies in etwa gleicher Zeit wie in der Lautsprache.

Das heißt Bremen in Gebärdensprache

Das heißt Bremen in Gebärdensprache

Viele Gebärden versteht man intuitiv, wie die Gebärden für essen und schlafen. Ich habe gelernt, dass Gebärden oft über einen geschichtlichen Hintergrund verfügen: Die Gebärde für „Deutschland“ beispielweise – ein ausgestreckter Zeigefinger gen Himmel an der Stirn – erinnert an die Pickelhaube aus dem vorletzten Jahrhundert. Auch werden Gebärden aus Charakteristika abgeleitet: Der Buchstaben “L“ aus Daumen und Zeigefinger geformt und an das Kinn gehalten, symbolisiert „Bremen“. Das „L“ steht für „langgestreckt“, weil die Stadt länglich aufgebaut ist.

Das Gebärden macht mir sehr viel Spaß und ich freue mich, dass man schnelle Lernerfolge erzielen und schon nach wenigen Kursstunden relativ viel über Gebärden erzählen kann. Besonders gefällt mir, dass man seinen Körper und seine Mimik einsetzt, was Kommunikation sehr persönlich macht. Spannend finde ich es auch, zu erfahren, wie taube Menschen ihren Alltag gestalten. Gegenstände wie Türklingel, Wecker und Babyphone, die über Ton funktionieren, können für gehörlose Menschen umgestaltet werden, sodass sie über Lichtreflexe funktionieren.

Unsere Kursleiterin empfahl uns, den geläufigen Begriff „taubstumm“  besser zu vermeiden. Denn viele taube Menschen sind gar nicht stumm, sondern besitzen die Fähigkeit, zu sprechen. Weil ihnen jedoch die Rückkopplung über das Ohr fehlt, hören sich die ausgestoßenen Laute oft  „unsauber“ an. Das wissen viele gehörlose Menschen und bevorzugen es daher, zu schweigen. Menschen, die nicht hören können, nennt man also besser „taub“ oder „gehörlos“.

Ich habe gelernt, dass Menschen ohne Gehör nicht behindert oder beeinträchtigt sind – sie sprechen einfach nur eine andere Sprache. Sich näher mit dieser Sprache zu beschäftigen, kann ich nur empfehlen, denn sie ist in meinen Augen die vermutlich bildhafteste, lebendigste und ausdrucksstärkste Sprache überhaupt.

Viele Volkshochschulen und Universitäten bieten Anfängerkurse in Deutscher Gebärdensprache an. Mehr Informationen zum Thema bietet der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. auf seiner Webseite.

kommentieren

Idomeni: ecolo hilft mit morethanshelters

Eine E-Mail von Daniel Kerber, GeschäftsfĂĽhrer von morethanshelters, mit dem Hilferuf, seine Organisation in Idomeni zu unterstĂĽtzen, erreichte ecolo diese Woche: „Babys kommen im Schlamm zur Welt, Krankheiten und Seuchen verbreiten sich – sind wir eigentlich noch in Europa? Diese unglaublichen, schockierenden und traurigen Bilder aus Idomeni in Griechenland gehen seit vielen Tagen durch die Medien und sozialen Netzwerke. Mazedonien hat die Grenzen geschlossen und nun sitzen rund 15.000 GeflĂĽchtete in Idomeni fest. Täglich kommen mehr. Die GeflĂĽchteten in Idomeni brauchen unsere UnterstĂĽtzung. Mit dem DOMO-Zelt möchten wir Schutzräume zum Stillen und fĂĽr ärztliche Versorgung in Idomeni ermöglichen und begleiten.“

Wir Kolleginnen und Kollegen zögerten nicht, angesichts der unmenschlichen Zustände im Flüchtlingscamp, für sein Vorhaben zu spenden. ecolo-Geschäftsführer Manfred und Andreas verdoppelten unseren Betrag noch. Wir kennen Daniel Kerber und morethanshelters seit 2013, als seine DOMO-Idee im IPP-Wettbewerb Hamburg in der Kategorie „Idee“ gewann. DOMO ist eine mobile Notunterkunft, die komplett aus umweltverträglichen Materialien hergestellt wird, einfach auf- und abgebaut oder erweitert werden kann. Ressourcen aus der Einsatzregion können integriert und alle Teile des DOMOs weiter verwendet werden, sodass kein Abfall anfällt, wenn die Unterkünfte nicht mehr gebraucht werden. Die DOMOs stehen derzeit auch in Hamburg und kommen seit 2014 in einem syrischen Flüchtlingscamp in Jordanien zum Einsatz.

Wir hoffen, dass mit den DOMOs die Not in Idomeni etwas gelindert werden kann und wünschen morethanshelters noch viele weitere Unterstützer. Übrigens wird jedes DOMO, das wir hier gemeinsam durch Spenden ermöglichen, auch von der Hans-Sauer-Stiftung verdoppelt!

 

kommentieren

Was bleibt von „2050 – Dein Klimamarkt“ ?

Supaermarkt aus Pappe

Supermarkt aus Pappe

Am Dienstag lud die Klimaschutzagentur energiekonsens zur Abschlussveranstaltung von „2050 – Dein Klimamarkt“ in die Hochschule Bremen ein. Man wollte Bilanz ziehen und ĂĽber kreative Ansätze der Nachhaltigkeitskommunikation diskutieren. Die Idee des Klimamarkts stellten Björn Voigt von der „Gruppe fĂĽr Gestaltung“ und Janina Schultze von energiekonsens vor: Das Projekt „2050 – Dein Klimamarkt“ startete 2012 als innovatives Umweltkommunikationskonzept – ein Pop-Up-Laden, indem BĂĽrgerinnen und BĂĽrger klimafreundlich alltägliche Produkte „einkaufen“ und an der Kasse auf ihrem Einkaufsbon ihre CO2-Einsparungen erfahren konnten. So erhielten die Einkäufer praktische Tipps, wie sie in Zukunft klimaschonender konsumieren können. ecolo unterstĂĽtzte energiekonsens bei der Entwicklung des Kommunikationskonzepts und in der Ă–ffentlichkeitsarbeit.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt gingen 15.000 Menschen im Klimamarkt „einkaufen“, dazu gehörten neben Privatpersonen auch Gruppen von Sportvereinen, Schulklassen und Lokalpolitikern. Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Klimamarkt tourte durch viele Bremer Stadtteile und wurde in leerstehenden Geschäften aufgebaut. Zusätzliche Veranstaltungen wie Repair-Cafés und Nähkurse lockten das Publikum, auch Shopping-Guides für einzelne Bremer Viertel wurden erstellt. Referentin Dr. Melanie Jaeger-Erben vom Institut für Sozialinnovation e. V. präsentierte neue Formen des Konsums wie Car-Sharing und Urban Gardening und stellte Wege vor, wie diese gefördert und verstetigt werden können. Sie betonte, dass Innovationen stets einen sozialen Aspekt aufweisen – wie auch der Klimamarkt, der erlebnisorientiert und partizipativ aufgebaut ist.

Auch besticht der Klimamarkt durch sein einzigartiges Design: „Klimaschutz zum Anfassen“ und „Klimaschutz to go“ waren laut Björn Voigt das Ziel der Gestaltung – alle Produkte des Klimamarkts bestehen aus auffälliger und bunt bedruckter Pappe. Projektleiterin Janina Schultze betonte, dass das Schaffen eines positiven Erlebnisses und eines Aha-Effekts das Ziel gewesen sei: „Kleine Entscheidungen, dennoch große Effekte!“ Sogar „Stammkunden“ bildeten sich, die mehrere Male mit Bekannten in den Klimamarkt zurückkehrten, um ihnen den Supermarkt aus Pappe zu zeigen. Der bunte Pop-Up-Laden wanderte nicht nur durch Bremen, sondern auch durch Niedersachsen, wo das spielerische Konzept ebenfalls gut ankam: In der Gemeinde Wallenhorst besuchten vor allem Schulklassen den Klimamarkt, berichtete der lokale Klimaschutzmanager Stefan Sprenger und zeigte sich begeistert vom Interesse und Engagement der Kinder. Aktuell öffnet der Klimamarkt seine Türen in Berseburg, bereits im März wird er in Rheinland-Pfalz aufgebaut werden.

Letztlich stellte Randy Haubner vom Bremer Informationszentrum fĂĽr Menschenrechte und Entwicklung ein neues Online-Portal vor: Auf der Webseite „Konsum mit Köpfchen“ können sich Bremerinnen und Bremer nun rund um das Thema nachhaltiger Konsum informieren. Das Portal veröffentlicht Tipps und Termine – beispielsweise dazu, wo in Bremen fair gehandelte Produkte verkauft werden und wann die nächste Kleidertauschparty stattfindet. Hervorgegangen ist dies Idee aus einer Kooperation mit dem Klimamarkt.

kommentieren
Seite 2 von 8«12345»...Last »