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Vulkanismus und der Einfluss auf den Klimawandel

Soputan war bereits 2015 mehrfach aktiv. Fotoquelle: DPA

Der Vulkan Soputan ist j√ľngst in Indonesien ausgebrochen. Foto: dpa

Weltweit brechen bis zu 60 Vulkane j√§hrlich aus. Aktuell gerade der 1784 Meter hohe Soputan auf der Insel Sulawesi im Osten des Inselstaates Indonesien. Der seit Monaten aktive Vulkan hat erneut eine Aschewolke in die¬†Luft geschleudert, so dass die Vulkanbeh√∂rde die zweith√∂chste Alarmstufe verh√§ngte. Dass Vulkanausbr√ľche zu den folgenschwersten Naturkatastrophen geh√∂ren und Mensch, Tier und Umwelt in gro√üe Gefahr bringen, ist allgemein bekannt. Aber haben diese Eruptionen auch einen Einfluss auf das Klima?

Tats√§chlich k√∂nnen Vulkanausbr√ľche unser Klima beeinflussen – intensive Eruptionen k√∂nnen zu einer K√ľhlung der Erde f√ľhren. Unter den Gasen, die w√§hrend der Eruption ausgesto√üen werden, befinden sich unter anderem Schwefeldioxide. Wenn diese in die Stratosph√§re gelangen, transformieren sie sich in einem chemischen Prozess in Aerosole. Diese Aerosole blocken die Sonneneinstrahlung zur√ľck ins Weltall, so dass die W√§rme nicht zu uns auf die Erde dringen kann. Die St√§rke dieses Effekts ist allerdings begrenzt und die Wirkung verfliegt nach einigen Jahren. Der von uns Menschen verursachte Klimawandel kann durch diesen Effekt leider nicht ausgeglichen werden.

Die globale Erw√§rmung im Zuge des Klimawandels hat wahrscheinlich auch zur Folge, dass weltweit mehr Vulkane ausbrechen werden: Mit steigenden Temperaturen werden weltweit Gletscher schmelzen. So wird in Zukunft weniger Gewicht auf den kontinentalen, durch den angestiegenen Meeresspiegel hingegen eine h√∂here Last auf den ozeanischen Krusten liegen. Die Auswirkungen solcher Schwankungen tragen sich bis ins Erdinnere: Auch dort verschieben sich die Spannungen und Druckverh√§ltnisse. So k√∂nnen mehr Wege entstehen, √ľber die das Magma die Erdkruste durchbrechen kann.

Jedoch m√ľssen wir uns in Deutschland noch keine allzu gro√üen Sorgen machen: Zwar gibt es auch bei uns Vulkane (z. B. in der Eifel), jedoch ‚Äěschlummern‚Äú sie schon seit tausenden von Jahren. Laut Forschern gibt es bisher auch keine Anzeichen daf√ľr, dass sich dies in den n√§chsten Jahren √§ndern sollte.

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Wer bietet mehr? Paris und die Wirklichkeit!

Wenn m√∂glich, soll ein Erw√§rmungslimit von deutlich unter 2¬į Grad erreicht werden ‚Äď ohne Frage ein Erfolg von Paris und auch eine wichtige Zielmarke f√ľr die politischen Entscheidungen, die nun hoffentlich auch folgen werden. Von einer Dekarbonisierung der Gesellschaft bis 2050 ist nun die Rede und auch von 35 Unternehmen ‚Äď unter ihnen solch wohlklingende Namen wie die Commerzbank, Aldi S√ľd oder Adidas ‚Äď wurde eine Erkl√§rung zum Klimaabkommen von Paris unterzeichnet, in dem genau daf√ľr nun die richtigen Weichenstellungen von der Politik verlangt werden, aber auch die Bereitschaft der Unterzeichner, sich aktiv zu beteiligen. Und auch die Umweltverb√§nde stimmen in dieses Einheitslob mit ein und sind sich mit marginalen Unterschieden dar√ľber einig, dass Paris ein Erfolg ist.

Dennoch ist schon die heutige Realit√§t weit davon entfernt, dieses Ziel auch nur ann√§hernd zu erreichen. So liegt die Temperatur in der Arktis schon jetzt bei 2¬į Grad √ľber dem durchschnittlichen Mittel von 1961-1990 und im Pazifik kommt f√ľr einige Inselstaaten Paris sowieso zu sp√§t. Und auch die Wissenschaft ist sich eigentlich dar√ľber einig, dass 1,5 oder 2,0 ¬į Grad zwar ein wichtiges Signal aber eben auch nur ein politisches ist.

Und noch etwas sollte allen klar sein: wer die Ergebnisse von Paris wirklich ernst nimmt, meint damit in der Umsetzung eine vollst√§ndige Abkehr vom wirtschaftlichen System, so wie wir es bisher kennen. Der Paradigmenwechsel von Wachstum auf Balance mit den nat√ľrlichen Prozessen erzwingt eine Verabschiedung vom Kapitalismus. Man kann gespannt sein, wer daf√ľr bereit ist.

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Klima-Sichten: Themenwochenende zum anthropogenen Klimawandel

‚ÄěWir sind Teil der Natur. Wenn wir die Natur verletzen, verletzen wir auch uns selbst.‚Äú (Lab Teater Ciputat, Jakarta, Indonesien) ‚ÄĒ Wir k√∂nnen uns nicht unabh√§ngig von der uns umgebenden Umwelt betrachten, denn wir beeinflussen sie, ebenso wie sie uns beeinflusst. So leitet das Theater Bremen seine Themenreihe anl√§sslich des Klimagipfels in Paris ein. Und eben die Bedeutung dieser Aussage f√ľr jeden einzelnen von uns ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Sie sehen sich zu wenig als Teil eines Ganzen oder gar als naturzugeh√∂rig. Umso empfehlenswerter das, was das Theater Bremen dazu veranstaltet:

Der anthropogene Klimawandel hat tragische Auswirkungen auf die Natur und damit auf das Leben der Menschen weltweit. Im Theater werden (nicht selten dramatische) Geschichten erzählt. Wie wurden und werden diese verändert? Auf allen Kontinenten finden sich theatrale Arbeiten, die vom (Über-)Leben des Menschen im Anthropozän berichten.

Sichten Sie gemeinsam mit dem Theater Bremen zehn Tage vor der entscheidenden Klimakonferenz in Paris das Welt-Klima: Begleiten Sie die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum f√ľr Polar- und Meeresforschung (AWI) zu den mannigfaltigen Ph√§nomenen des Klimawandels. Erfahren Sie, welche Bedeutung Naturbegegnungen f√ľr die innere Natur des Menschen haben und lernen Sie Arbeiten internationaler Klima-K√ľnstlerInnen kennen. Nehmen Sie Einsicht in die Produktion ‚ÄěNostalgie 2175‚Äú von Anja Hilling, die am 28. November Premiere feiert. Erfahren Sie mehr √ľber die Besonderheiten k√ľnstlerisch-wissenschaftlicher Kooperationen und lernen Sie lokale Initiativen in Bremen kennen. Kochen Sie gemeinsam ein Klima-Dinner und reisen Sie im Film ‚ÄěThuleTuvalu‚Äú an eben jene Orte, die bereits jetzt so stark existenziell betroffen sind, dass es f√ľr die BewohnerInnen dort keine Zukunft mehr geben wird.

Dieses Wochenende ist der Auftakt einer neuen Reihe am Theater Bremen. Die Teilnahme ist kostenlos. Diese Veranstaltung wird dank der finanziellen Unterst√ľtzung der Heinrich-B√∂ll-Stiftung Bremen und in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven realisiert.

Programm

Freitag, 20. November 2015

16 Uhr: Eröffnung Ausstellung Welt(Klima)Theater Täglich geöffnet ab 14 Uhr (bis Mitte Januar 2016)
16:30 Uhr: Climate Media Factory
17:45 Uhr: Wieviel Natur braucht der Mensch?
19 Uhr: Ein-Sichten zu ‚ÄěNostalgie 2175‚Äú von Anja Hilling

Samstag 21. November 2015

10 Uhr: Klimawandel
11:30 Uhr: Performance under Climatic Conditions
13:30 Uhr: Klima(Gedanken-)Experimente
15 Uhr: Skype Lectures with international climate artists
16 Uhr: Das Klimadinner Begrenzte Platzzahl. Eintritt frei. Anmeldung: ndriemeyer@theaterbremen.de
16 Uhr: Commons ‚Äď in Bremen
19:30 Uhr: Film ThuleTuvalu von Matthias von Gunten

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Heute billig, morgen teuer! Das 2¬į Grad Ziel w√§re g√ľnstig zu haben

Ein Klacks gegen√ľber Bankenrettung, Griechenlandhilfe und den nach wie vor sprudelnden Subventionen f√ľr die F√∂rderung fossiler Brennstoffe sind die zwei Milliarden Euro pro Jahr, die das Mercator Research Institutes on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin f√ľr das Erreichen des 2¬į Grad Ziels ausgerechnet hat. Um diesen Betrag w√ľrde die deutsche Wirtschaft weniger wachsen, wenn alle Ma√ünahmen zur Klimarettung in Deutschland umgesetzt werden w√ľrden. Das sind gerade mal 0,06 % des Bruttoinlandsprodukts, wie die Wirtschaftswoche online am 27.8.15 berichtete.

Eigentlich doch super Voraussetzungen f√ľr erfolgreiche Verhandlungen auf dem Klimagipfel in Paris, w√§ren da nicht die vielen Wenns und Aber, die die Lobbyverb√§nde den politischen Entscheidern ins Ohr fl√ľstern und ihnen damit den Blick f√ľr das vernebeln, was offensichtlich ist: eine zukunftsf√§hige Gesellschaft mit Gestaltungsspielraum braucht beherrschbare Klimabedingungen. Eine Entwicklung der Durchschnittstemperaturen oberhalb des 2¬į Grad-Ziels sind nicht mehr kalkulierbar ‚Äď und wird mit Sicherheit um ein Vielfaches teurer als die 2 % des Jahresgewinns der deutschen DAX-Unternehmen in 2014.

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94 Tage Strom aus Erneuerbaren – Costa Rica knackt den Tagesrekord

Costa Rica hat es geschafft, 94 Tage lang die landesweite Stromversorgung zu 100 % aus Erneuerbaren zu produzieren. Ein gutes Zwischenergebnis, will das mittelamerikanische Land doch bis zum Jahr 2021 zu 100 Prozent CO2-neutral sein. (Climate Action Programme ‚Äď News vom 25.8.2015)

Davon ist Deutschland dann doch noch meilenweit entfernt ‚Äď auch wenn wir uns immer als Umweltweltmeister aufspielen. So lag der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Prim√§renergieverbrauch im Jahr 2014 bei 11,1 Prozent, f√ľr Strom bei 27,8 (Daten zur Umwelt 2015, Umweltbundesamt). Umgerechnet sind das zwar 27% weniger Treibhausgasemissionen verglichen mit 1990, bis zur Zielmarke von 40 % bis 2020 aber noch ein weiter Weg.

Auch wenn die Rahmenbedingungen in den beiden L√§ndern recht unterschiedlich sind, lohnt manchmal doch der Blick √ľber den Tellerrand ‚Äď in diesem Fall den Gro√üen Teich.

 

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