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Klima-Sichten: Themenwochenende zum anthropogenen Klimawandel

‚ÄěWir sind Teil der Natur. Wenn wir die Natur verletzen, verletzen wir auch uns selbst.‚Äú (Lab Teater Ciputat, Jakarta, Indonesien) ‚ÄĒ Wir k√∂nnen uns nicht unabh√§ngig von der uns umgebenden Umwelt betrachten, denn wir beeinflussen sie, ebenso wie sie uns beeinflusst. So leitet das Theater Bremen seine Themenreihe anl√§sslich des Klimagipfels in Paris ein. Und eben die Bedeutung dieser Aussage f√ľr jeden einzelnen von uns ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Sie sehen sich zu wenig als Teil eines Ganzen oder gar als naturzugeh√∂rig. Umso empfehlenswerter das, was das Theater Bremen dazu veranstaltet:

Der anthropogene Klimawandel hat tragische Auswirkungen auf die Natur und damit auf das Leben der Menschen weltweit. Im Theater werden (nicht selten dramatische) Geschichten erzählt. Wie wurden und werden diese verändert? Auf allen Kontinenten finden sich theatrale Arbeiten, die vom (Über-)Leben des Menschen im Anthropozän berichten.

Sichten Sie gemeinsam mit dem Theater Bremen zehn Tage vor der entscheidenden Klimakonferenz in Paris das Welt-Klima: Begleiten Sie die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum f√ľr Polar- und Meeresforschung (AWI) zu den mannigfaltigen Ph√§nomenen des Klimawandels. Erfahren Sie, welche Bedeutung Naturbegegnungen f√ľr die innere Natur des Menschen haben und lernen Sie Arbeiten internationaler Klima-K√ľnstlerInnen kennen. Nehmen Sie Einsicht in die Produktion ‚ÄěNostalgie 2175‚Äú von Anja Hilling, die am 28. November Premiere feiert. Erfahren Sie mehr √ľber die Besonderheiten k√ľnstlerisch-wissenschaftlicher Kooperationen und lernen Sie lokale Initiativen in Bremen kennen. Kochen Sie gemeinsam ein Klima-Dinner und reisen Sie im Film ‚ÄěThuleTuvalu‚Äú an eben jene Orte, die bereits jetzt so stark existenziell betroffen sind, dass es f√ľr die BewohnerInnen dort keine Zukunft mehr geben wird.

Dieses Wochenende ist der Auftakt einer neuen Reihe am Theater Bremen. Die Teilnahme ist kostenlos. Diese Veranstaltung wird dank der finanziellen Unterst√ľtzung der Heinrich-B√∂ll-Stiftung Bremen und in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven realisiert.

Programm

Freitag, 20. November 2015

16 Uhr: Eröffnung Ausstellung Welt(Klima)Theater Täglich geöffnet ab 14 Uhr (bis Mitte Januar 2016)
16:30 Uhr: Climate Media Factory
17:45 Uhr: Wieviel Natur braucht der Mensch?
19 Uhr: Ein-Sichten zu ‚ÄěNostalgie 2175‚Äú von Anja Hilling

Samstag 21. November 2015

10 Uhr: Klimawandel
11:30 Uhr: Performance under Climatic Conditions
13:30 Uhr: Klima(Gedanken-)Experimente
15 Uhr: Skype Lectures with international climate artists
16 Uhr: Das Klimadinner Begrenzte Platzzahl. Eintritt frei. Anmeldung: ndriemeyer@theaterbremen.de
16 Uhr: Commons ‚Äď in Bremen
19:30 Uhr: Film ThuleTuvalu von Matthias von Gunten

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Solidarische Landwirtschaft – regional, saisonal und biologisch

Solidarische Landwirtschaft, kurz SoLawi, basiert auf einem langfristigen Zusammenschluss von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die gemeinsam einen landwirtschaftlichen Betrieb finanzieren und sich solidarisch die Ernte teilen. Die Kosten, die Ernte und auch das mit der biologischen Produktion einhergehende Risiko der Ernteausf√§lle tragen alle Beteiligten gleicherma√üen. Man verpflichtet sich meist f√ľr ein ganzes Jahr, monatlich seinen Beitrag zum Projekt zu leisten, und bekommt im Gegenzug einen Anteil der w√∂chentlichen Ernte. Dieser Anteil variiert je nach Saison. Der Landwirt sichert so die Abnahme seiner Erzeugnisse und der Verbraucher wei√ü, woher sein Essen stammt. Eine Karte aller SoLawi in Deutschland sowie der zahlreichen Depots der einzelnen H√∂fe findet sich hier.

Auch im weiteren Umkreis von Bremen gibt es Solidarische Landwirtschaftsprojekte. Der WeidenHof¬† liegt zwischen Schee√üel und Schneverdingen in L√ľnzen. Der Hof hat sechs Depots in Rotenburg (W√ľmme), Schee√üel, Schneverdingen, Soltau und direkt auf dem WeidenHof.

Die einzige, direkt nach Bremen liefernde SoLawi ist die Hofgemeinschaft Oldendorf, bestehend aus dem Sophienhof von und dem G√§rtnerhof Oldendorf von Jan Bera. Vom Sophienhof bekommt man Brot, Fleisch, Eier sowie Kartoffeln und Lagergem√ľse, der G√§rtnerhof baut √ľber 80 verschiedene Obst-, Kr√§uter- und Gem√ľsearten an. Die SoLawi ca. 40 Kilometer n√∂rdlich von Bremen besteht seit September 2012 und sucht noch weitere Mitglieder.

Mitglied der SoLawi Oldendorf werden

Bei der Hofgemeinschaft Oldendorf sind die Verbraucher in einem eingetragenen Verein organisiert. Die Hofgemeinschaft Oldendorf hat Kooperationsvertr√§ge mit ‚ÄěSolidarische Landwirtschaft Oldendorf e.V.‚Äú und stellt den Mitgliedern dieses Vereins seine Erzeugnisse in zentralen Depots zur Verf√ľgung. Bei Interesse ist es m√∂glich, im Rahmen eines Probemonats zu testen, ob man mitmachen m√∂chte.

Die derzeitigen Preise liegen bei 80 Euro pro Monat f√ľr einen ganzen Ernteanteil mit durchschnittlich drei Kilo Gem√ľse und 1,2 Kilo Kartoffeln pro Woche. Wenigesser k√∂nnen auch einen halben Ernteanteil f√ľr 40 Euro pro Monat bekommen und somit w√∂chentlich in ihrem Depot die H√§lfte eines ganzen Ernteanteils abwiegen und mitnehmen. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft kann man sich unter der Telefonnummer 04748 ‚Äď 931 638 oder per E-Mail¬† an den G√§rtnerhof Oldendorf wenden.

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Heute billig, morgen teuer! Das 2¬į Grad Ziel w√§re g√ľnstig zu haben

Ein Klacks gegen√ľber Bankenrettung, Griechenlandhilfe und den nach wie vor sprudelnden Subventionen f√ľr die F√∂rderung fossiler Brennstoffe sind die zwei Milliarden Euro pro Jahr, die das Mercator Research Institutes on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin f√ľr das Erreichen des 2¬į Grad Ziels ausgerechnet hat. Um diesen Betrag w√ľrde die deutsche Wirtschaft weniger wachsen, wenn alle Ma√ünahmen zur Klimarettung in Deutschland umgesetzt werden w√ľrden. Das sind gerade mal 0,06 % des Bruttoinlandsprodukts, wie die Wirtschaftswoche online am 27.8.15 berichtete.

Eigentlich doch super Voraussetzungen f√ľr erfolgreiche Verhandlungen auf dem Klimagipfel in Paris, w√§ren da nicht die vielen Wenns und Aber, die die Lobbyverb√§nde den politischen Entscheidern ins Ohr fl√ľstern und ihnen damit den Blick f√ľr das vernebeln, was offensichtlich ist: eine zukunftsf√§hige Gesellschaft mit Gestaltungsspielraum braucht beherrschbare Klimabedingungen. Eine Entwicklung der Durchschnittstemperaturen oberhalb des 2¬į Grad-Ziels sind nicht mehr kalkulierbar ‚Äď und wird mit Sicherheit um ein Vielfaches teurer als die 2 % des Jahresgewinns der deutschen DAX-Unternehmen in 2014.

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94 Tage Strom aus Erneuerbaren – Costa Rica knackt den Tagesrekord

Costa Rica hat es geschafft, 94 Tage lang die landesweite Stromversorgung zu 100 % aus Erneuerbaren zu produzieren. Ein gutes Zwischenergebnis, will das mittelamerikanische Land doch bis zum Jahr 2021 zu 100 Prozent CO2-neutral sein. (Climate Action Programme ‚Äď News vom 25.8.2015)

Davon ist Deutschland dann doch noch meilenweit entfernt ‚Äď auch wenn wir uns immer als Umweltweltmeister aufspielen. So lag der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Prim√§renergieverbrauch im Jahr 2014 bei 11,1 Prozent, f√ľr Strom bei 27,8 (Daten zur Umwelt 2015, Umweltbundesamt). Umgerechnet sind das zwar 27% weniger Treibhausgasemissionen verglichen mit 1990, bis zur Zielmarke von 40 % bis 2020 aber noch ein weiter Weg.

Auch wenn die Rahmenbedingungen in den beiden L√§ndern recht unterschiedlich sind, lohnt manchmal doch der Blick √ľber den Tellerrand ‚Äď in diesem Fall den Gro√üen Teich.

 

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Vom Gr√ľn in der Stadt zum Lebensklima

√úppiges Gr√ľn rund um einen der ber√ľhmtesten Stein Bremens

√úppiges Gr√ľn rund um einen der ber√ľhmtesten Stein Bremens

Gr√ľn braucht Feuchtigkeit ‚Äď eine Binsenweisheit die auch f√ľr das Gr√ľn zwischen dem Steinpflaster in der Bremer Innenstadt gilt. Besonders √ľppig f√§llt der mosige Bewuchs rund um einen der ber√ľhmtesten Steine auf der Domsheide auf: Der Gesche-Gottfried-Stein scheint eine geradezu magische Kraft zu besitzen, dem Gr√ľn in unmittelbarer Umgebung des Steins eine au√üerordentliche F√ľlle zu verleihen. Hier fand am 21. April 1831 die letzte √∂ffentliche Hinrichtung in Bremen statt und immer noch ranken sich Legenden um dieses Geschehen.

Beim genaueren Nachdenken allerdings wird diese Zauberkraft dann doch ziemlich schnell und recht unappetitlich weggewischt, denn immer noch gibt es einige, oft gut gekleidete Herren, die mal eben so im Vorbeigehen auf diesen Stein spucken, um damit ihrer Aversion gegen Giftmischerinnen Ausdruck zu verleihen. Nun denn, etwas Gutes hat es ja, wenn man bedenkt, dass die menschliche Spucke zu 99 Prozent aus Wasser besteht.

Und von eben diesem Wasser hat man in der Stadt manchmal zu viel ‚Äď bei h√§ufiger vorkommenden Starkregenereignissen ‚Äď und manchmal zu wenig ‚Äď w√§hrend intensiver Hitzeperioden. Die ausgeglichene Balance wird durch den Klimawandel kr√§ftig gest√∂rt, was vor allem das Gr√ľn in der Stadt zu sp√ľren bekommt. ecolo hat zu diesem Thema zusammen mit der Bremer Umwelt Beratung und in Kooperation mit dem Senator f√ľr Umwelt, Bau und Verkehr beim Bundesumweltministerium einen Projektantrag gestellt, der vor allem das Lebensklima an ausgesuchten Orten in Bremen verbessern soll. Der Gesche Gottfried Stein wird zwar nicht zu diesen Orten geh√∂ren; er folgt mit dem umgegebenen Gr√ľn einer ganz eigenen Logik.

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