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Heiß, heißer, am heißesten

photocase1596882754230631Wer st√∂hnt nicht, wenn die Luftfeuchtigkeit bei √ľber 90% liegt und die Temperaturanzeige die 30¬į Schwelle √ľberschreitet. Die Kleidung klebt am K√∂rper, jeder Bewegung ist m√ľhselig und macht kurzatmig. Und nicht mal nachts gibt es so etwas wie eine k√ľhle Erholung; trotz Durchzug, denn das Thermometer sinkt kaum unter die 20¬į Schwelle. Pech nur, dass wir in Zukunft damit rechnen sollten, dass das Normalit√§t wird. Was heute noch als Extremereignis r√ľberkommt, wird morgen ‚Äď gemeint ist in den kommenden Dekaden ‚Äď die Regel sein und dann k√∂nnen Hitzextreme auch in Deutschlands Norden die 40¬į Schallmauer durchbrechen. Der Mai und Juni waren schon global die hei√üesten Monate seit der Aufzeichnung meteorologischen Daten und es ist zu bef√ľrchten, dass weitere Rekorde auch diesbez√ľglich gebrochen werden. Mein Rat: Cool bleiben und sich selbst an die Nase fassen, wenn es darum geht, etwas f√ľr den Klimaschutz zu tun.

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Filmtipp: Alles auf Sand gebaut

Baustoff Sand

Baustoff Sand

Irgendwie wusste ich es schon immer: der Ressourcenverbrauch hat Ausma√üe angenommen, die die Rohstoffkapazit√§ten des Lagers Erde bei weitem √ľbersteigen. Besonders radikal wird es bei der Betrachtung des sog. ‚ÄěOvershoot-Day‚Äú, also dem Tag im Jahr, an dem die nat√ľrlichen Ressourcen der Erde verbraucht sind. Lag dieser 1993 noch am 21. Oktober, war es zehn Jahre sp√§ter schon der 22. September und letztes Jahr bereits der 20. August (Quelle: Global Footprint Network).

Was ich aber √ľberhaupt nicht im Blick hatte, war der Verbrauch der Ressource Sand. Und da hat die Ausstrahlung des Films ‚ÄěSand – Die neue Umweltzeitbombe‚Äú auf arte am 22.4. mir tats√§chlich selbigen aus den Augen gewischt und Tr√§nen hineingetrieben. Unglaublich, welche Mengen mittlerweile legal und illegal vom Meeresboden abgesaugt werden (inkl. allem was sich da bewegt und was dort w√§chst); einschlie√ülich brutaler Folgen f√ľr die regionale Fischwirtschaft und die Existenz von Inseln (Beispiel Malediven).

Schwindende Ressource Sand: Sand ist heutzutage Bestandteil zahlreicher Alltagsprodukte, häufiger noch als Erdöl.

Schwindende Ressource: Sand ist heutzutage Bestandteil zahlreicher Alltagsprodukte, häufiger noch als Erdöl.

Auch wenn die Recyclingquote von Bauschutt in Deutschland mit ca. 70 % weltmeisterlich ist (aus: 5. Monitoringbericht Bauabfälle der Arbeitsgemeinschaft Kreislaufwirtschaftsträger Bau); im globalen Maßstab ist das nur ein Tropfen auf den heißen Sand. Und ob wir mit Konzepten zur hochwertigen Verwertung von Baustoffen und der immer wichtiger werdenden Wiederverwendung von Bauteilen die mit dem Sandabbau verbundenen Folgen wirklich noch aufhalten können, ist stark zubezweifeln.

Wer dennoch im Kleinen (also hier vor Ort) etwas tun will, sollte sich erstens √ľberlegen, ob es immer das neue Bad, der neue Fu√üboden etc. sein muss, oder ob nicht auch die Bauteilb√∂rse in Bremen (und anderswo) einen ungew√∂hnlichen Blickfang aus den 60-er Jahren bietet.

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Der ganz normale Wahnsinn am Herd…

Kochen macht ja eigentlich Spa√ü. Bisschen schnibbeln hier, w√ľrzen da und dann gem√ľtlich genie√üen. Am besten in gro√üer Runde. Denkste! Um heutzutage alle unter einen kulinarischen Hut beziehungsweise an den selben Kochtopf zu bekommen, muss man gef√ľhlt erst mal zwei Semester Ern√§hrungswissenschaften, Medizin und mindestens eines im Bereich Sprachwissenschaften belegen. Das zeigen beispielsweise auch die neueren Folgen des ‚ÄěPerfekten Dinners‚Äú. Nach der Bekanntmachung wird in der Regel direkt nachgehakt, ob jemand gluten-oder laktoseintolerant ist bzw. sonstige Allergien oder Unvertr√§glichkeiten¬† anmelden m√∂chte.

Kompliziert wird‚Äôs f√ľr den Koch oder die K√∂chin dann meistens richtig, wenn von G√§sten behauptet wird, man w√§re Flexitarier, Locavores oder ein Freefrom. Jawohl! L√§ngst wird nicht mehr nur zwischen Fleischessern, Vegetariern oder Veganern ¬†unterschieden. Das neue Essverhalten bringt nat√ľrlich auch, wie soll es anders sein, Wortneusch√∂pfungen mit sich.

Meine persönlichen Top 5 im Überblick:

Flexitarier sind Teilzeit-Vegetarier. Sie essen bewusst wenig Fleisch, verzichten aber doch nicht ganz auf Schinken oder Schnitzel. Beim Fleischeinkauf achten sie auf Herkunft und Tierhaltung.

Als Pescetarier werden Menschen bezeichnet, die zwar eigentlich Vegetarier sind, bei Fisch und Meeresfr√ľchten aber eine Ausnahme machen.

F√ľr Frutarier sind nicht nur tierische Produkte tabu. Sie essen nur pflanzliche Produkte, bei denen die Pflanze nicht besch√§digt wurde. N√ľsse und Fallobst, zum Beispiel. Kartoffeln und Karotten stehen nicht auf dem Speiseplan von Frutariern. Tomaten und Soja hingegen sind wiederum in Ordnung.

Locavores essen verstärkt regionale Produkte. Das Essen sollte nicht mehr als 200 Kilometer weit transportiert worden sein.

Freefroms verzichten auf Inhaltsstoffe wie Gluten, Fruktose oder auch Laktose, um Darmprobleme zu vermeiden. F√ľr die Wirtschaft wird dieser Bereich immer wichtiger: Mehr als 20 Prozent der Bev√∂lkerung in Industriel√§ndern sind von einer Lebensmittelunvertr√§glichkeit betroffen, Tendenz steigend.

Na dann, Mahlzeit!

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Br√ľssel im Februar

Klar, die Anfahrt war ein wenig beschwerlich ‚Äď von Bremen √ľber K√∂ln nach Br√ľssel in sechs Stunden, zur√ľck in Bremen nach Mitternacht. Daf√ľr hat es sich gelohnt. Eingeladen hatte die Senatsverwaltung f√ľr Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin zusammen mit der metropolis initiatives in die Vertretung des Landes Brandenburg bei der EU und gearbeitet wurde an der ‚ÄěNo Regrets Charter‚Äú, einer Aufz√§hlung von Prinzipien zur Klimaanpassung in St√§dten.

In verschiedenen Workshops zur politischen Verantwortung, zum Katastrophenschutz, zur räumlichen Planung und Stadtklima und zum kommunalen Engagement wurde die Vorlage diskutiert und ergänzt. Wie ich finde ein gutes Ergebnis, das im Oktober 2014 in Hyderabad während des Metropolis Weltkongresses verabschiedet und unterschrieben werden soll.

Viele der aufgez√§hlten Prinzipien und Empfehlungen finden sich auch im Klimapakt wieder, den wir gemeinsam mit vielen Akteuren und Institutionen aus der Metropolregion Bremen-Oldenburg erarbeitet haben. Das Ziel muss sein, Aktivit√§ten im Umgang mit den Folgen des Klimawandels, die wir schon heute sp√ľren, regional¬† zu entfalten. Die No Regrets Charter und der Klimapakt sind daf√ľr gute Orientierungen.

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Geschafft! morethanshelters feiert erfolgreiches Crowdfunding

In der t√§glichen Projektarbeit bei ecolo geh√∂rt es zu den wirklich erfreulichen Dingen Menschen kennenzulernen, die auf bemerkenswerte Weise ihre eigene Vorstellung davon, wie etwas sein sollten zielgerichtet in die Tat umzusetzen verm√∂gen. Leider verliert man allzu h√§ufig die Projekte und auch die Menschen dahinter viel zu schnell aus den Augen. Bei Daniel Kerber und seinem Team ist es gl√ľcklicherweise nicht so.

children

children in Za’atari

Unter dem Namen morethanshelters ist es Daniel gelungen ein Team aufzustellen, dass mit einer eigentlich naheliegenden Idee – n√§mlich die Notsituation von Menschen in Fl√ľchtlingslagern durch ein neuartiges Unterkunftssystem sozial und √∂kologisch zu verbessern – immer wieder f√ľr Aufmerksamkeit sorgt. Gerade aktuell kann das Team stolz vermelden √ľber 56.000 Euro eingesammelt zu haben, um im jordanischen Fl√ľchtlingsgebiet Za’atari, indem bereits im Juli 2013 144.000 syrische Fl√ľchtlinge lebten, die ersten Notunterkunftssysteme in der Praxis einzusetzen, die die Macher DOMO nennen. Damit ist es eines der h√∂chstgefundeten gemeinn√ľtzigen Projekte in Deutschland, das je √ľber Crowdfunding finanziert wurde. Daf√ľr verantwortlich ist zum einen die gute Idee des Produktes, aber ebenso entscheidend f√ľr den Erfolg erscheint mir die professionelle Arbeit des gesamten Teams, die diese Idee weiterentwickelt und voranbringt! Denn auch wenn die Argumente f√ľr DOMO f√ľr sich sprechen – im Vergleich zur herk√∂mmlichen Zeltl√∂sung, ist es √∂kologisch vielf√§ltig vertr√§glicher, durch seine Architektur entspricht es besser den sozialen und religi√∂sen Bed√ľrfnissen der Bewohner und, um das Dreieck der Nachhaltigkeit zu komplementieren, ist es auch √∂konomisch im Vorteil, weil es nicht bereits nach wenigen Monaten ausgetauscht werden muss – wird ein Projekt nur so erfolgreich, wenn sich auf allen Ebenen koordiniert daf√ľr eingesetzt wird.

NikolasKrauseR3

DOMO

Auch wenn es nat√ľrlich noch viel besser w√§re, wenn ein DOMO gar nicht n√∂tig w√§re, wenn Flucht und Vertreibung ein Ende h√§tten, muss der aktuellen Situation begegnet werden. Denn leider sind die Zeltst√§dte, die wir nur von Fotos kennen, f√ľr viele Menschen die darin leben keine √úbergangsl√∂sung. Oft ist die R√ľckkehr in die Heimat nicht m√∂glich. Die Menschen leben dort teilweise viele Jahre. Auch den Menschen, die aus armen Regionen in die Slums am Rande gro√üer St√§dte ziehen, w√§re ganz sicher mit einem DOMO zumindest ein bisschen geholfen. Und die Dimension der Problematik ist gewaltig. Laut Sch√§tzungen der Vereinten Nationen wird im Jahr 2050 ein Drittel der Weltbev√∂lkerung in sogenannten informellen Behausungen leben.

NikolasKrauseR1

more DOMO

Also Daniel und Jochen, macht weiter so und haltet uns und den Rest der Republik auf dem Laufenden, DOMO arigato!

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