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„KlimaSichten“ und 5. Regionalkonferenz in Schwerin

Erfolgreicher Abschluss des Klimaschutzwettbewerbs „KlimaSichten – Mit Weitblick in die Zukunft“ 20180925_preisverleihung_klimasichten_preistraeger_020

Bereits zum vierten Mal hat das Ministerium fĂĽr Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen eines landesweiten kreativ Wettbewerbs erfolgreich auf das Thema Klimaschutz und Klimawandel aufmerksam gemacht. In diesem Jahr stand der von ecolo organisierte Wettbewerb unter dem Motto  „KlimaSichten – Mit Weitblick in die Zukunft“ und hatte mit dem Sänger Sebastian Hämer („Sommer unseres Lebens“) einen engagierten Schirmherrn zur Seite. In den vier Kategorien Foto, Poster, Malerei und Kurzfilm gab es insgesamt 48 kreative Beiträge von 42 teilnehmenden Kindergartengruppen, Schulen, Kunstklassen oder Einzelpersonen. So konnten sich insgesamt 17 Werke ĂĽber einen Platz auf dem Siegertreppchen freuen und teilten sich die 15.000 Euro Preisgeld. Ziel des Wettbewerbes war es, mittels kĂĽnstlerischer Werke einen emotionalen Zugang zu dem Thema zu schaffen um so die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung fĂĽr die dringenden Belange des Klimaschutzes zu erhöhen.

5. Regionalkonferenz zum Klimawandel in Norddeutschland

Zeitgleich zur Preisverleihung im Wettbewerb „KlimaSichten“ fand am 26. September in der IHK in Schwerin die 5. Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder statt. In diesem Jahr hat sich die Konferenz schwerpunktmäßig dem Thema Infrastruktur gewidmet und ist damit der Frage auf den Grund gegangen, wie die wassergeprägten KĂĽstenregionen Deutschlands den kommenden Herausforderungen des Klimawandels begegnen können.

5. Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder am 26. September 2018 in Schwerin

Den Auftakt der von ecolo komplett organisierten Veranstaltung machte Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut fĂĽr Klimafolgenforschung mit einem aufschlussreichen Vortrag zum Thema „Bekommen wir das Klima noch in den Griff?“ Im Anschluss daran hat in einer Podiumsdiskussion ein reger Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und der beteiligten Länder stattgefunden: Christian Pegel (Minister fĂĽr Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern), Olaf Lies (Minister fĂĽr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz des Landes Niedersachsen), Dr. Regina Dube (Abteilungsleiterin Wasserwirtschaft, Ressourcenschutz im Bundesministerium fĂĽr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit), Johannes GrĂĽtzner (Abteilungsleiter Energie und Klimaschutz, technischer Umweltschutz im Ministerium fĂĽr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein), Dr. Joachim Lohse (Senator fĂĽr Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen) und Dr. Birgit Schiffmann (Leitung der Leitstelle Klimaschutz in der Behörde fĂĽr Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg). Der Vormittag der Konferenz wurde mit der Vorstellung des Deutschen Klimavorsorgeportals KliVO abgeschlossen.

Nach dem Mittagessen hatten die rund 280 Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer die Möglichkeit an einem von drei Workshops teilzunehmen. In diesen wurden die Themen „Klimaangepasstes Bauen“, „Versorgungssicherheit und Katastrophenschutz“ sowie „Verkehrsinfrastruktur im Klimawandel“ behandelt. Krönender Abschluss der Konferenz war die humorvolle Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse durch die Improvisationsgruppe „Die Spieler“.

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Auftrag Klimavorsorge: Bundesregierung startet Infoportal

KLiVO Deutsches Klimavorsorgeportal

So sieht es aus, das Deutsche Klimavorsorgeportal | Foto: (c)BMU_Suradech14

Ab sofort können sich Behörden, Unternehmen und interessierte BĂĽrgerinnen und BĂĽrger beim „Deutschen Klimavorsorgeportal“ ĂĽber Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel informieren. Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte das Portal gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst der Ă–ffentlichkeit vor:  „Der Klimawandel ist endgĂĽltig bei uns angekommen. Extremwetterereignisse, die frĂĽher noch groĂźe Ausnahmen waren, werden zum neuen Normalfall. Dennoch treffen Klimaschäden heute viele noch unvorbereitet. Mit dem neuen Klimavorsorgeportal wollen wir Behörden, Unternehmen, BĂĽrgerinnen und BĂĽrgern bei der Vorsorge helfen. Es bietet passgenaue Informationen und Tipps, um Schäden durch den Klimawandel – sei es durch Hitze und Trockenheit oder StĂĽrme, Starkregen und Ăśberschwemmungen – zu vermeiden.“

KLiVO unterstĂĽtzt dabei, den Vorsorgebedarf je nach Tätigkeitsbereich und Region zu erkennen und geeignete VorsorgemaĂźnahmen umzusetzen. Es bietet dafĂĽr eine Vielzahl von notwendigen Klimainformationen sowie Klimaanpassungsdiensten. Diese zeigen zum einen, wie Kommunen, die Wirtschaft oder Vereine und Organisationen Klimafolgen in Entscheidungen und Planungen berĂĽcksichtigen; und zum anderen, welche Schritte zur Vorbeugung der Klimafolgen angebracht wären. Die Informationen gibt es beispielsweise in Form von Leitfäden, Webtools, Karten oder Qualifizierungsangeboten; sie werden durch zwei Netzwerke zur VerfĂĽgung gestellt: Der „Deutsche Klimadienst“, angesiedelt beim Deutschen Wetterdienst erstellt Daten und Informationen rund um den Klimawandel. Das „KlimAdapt-Netzwerk“, angesiedelt beim Umweltbundesamt, stellt die Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel zur VerfĂĽgung und entwickelt diese gemeinsam mit Anwendern weiter.

Das Besondere an KLiVO ist die Passgenauigkeit der Informationen zur Klimavorsorge – einfach auffindbar mit Hilfe von Such- und Filterfunktionen. Qualität, Nutzerfreundlichkeit und Aktualität der jeweiligen Angaben werden dabei regelmäßig ĂĽberprĂĽft. Alle Dienste und Daten basieren auf wissenschaftlichen Grundlagen und können kostenfrei genutzt werden. ecolo hat im Auftrag des Umweltbundesamtes das Webportal konzipiert und inhaltlich umgesetzt sowie die bereitgestellten Klimaanpassungsdienste im Vorfeld ĂĽberprĂĽft. Gemeinsam mit dem Institut fĂĽr ökologische Wirtschaftsforschung ( IĂ–W) und Dr. Torsten Grothmann organisiert ecolo die Netzwerktätigkeiten von KlimAdapt, die Weiterentwicklung der Plattform sowie alle KommunikationsmaĂźnahmen.

Alle Infos auf www.klivoportal.de

Zur Pressemeldung des BMU

 

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Von Tiefseeforschung bis Indianercamp – alles fĂĽr die Umwelt

Natur mit allen Sinnen erleben – mitten in der Stadt. Wie das in der Praxis aussieht, davon überzeugt sich Umweltsenator Dr. Joachim Lohse derzeit direkt vor Ort: beim Besuch von neun geförderten Einrichtungen und Projekten aus den Bereichen Umweltbildung und Umweltengagement in Bremen und Bremerhaven. Neben einem

Umwelsenator Lohse lieĂź es sich nicht nehmen, beim Fangen spielen mit zu machen.

Umwelsenator Lohse lieĂź es sich nicht nehmen, beim Fangen spielen in der Kinderwildnis mit zu machen.

persönlichen Einblick in die vielseitige Umweltbildungsarbeit im Land steht dabei auch die Würdigung des ehrenamtlichen ökologischen Engagements im Vordergrund. ecolo-Kollege Patrick Braatz organsiert und begleitet die diesjährige Sommertour des Senators.

 

Den Auftakt machte das Lehr- und Erfahrungsgelände von „Arbeit & Ă–kologie“ in Huchting. Beim Rundgang durch die ĂĽber 80 Gartenbereiche, Biotope und Erlebniseinheiten wurden die verschiedenen Umweltbildungsangebote vorgestellt: Von ErlebnisfĂĽhrungen ĂĽber das Gelände und Mitmachaktionen fĂĽr Kinder, Jugendliche und Erwachsene ĂĽber Angebote fĂĽr Schul-AGs, Fortbildungen fĂĽr Pädagogen, naturkundliche Exkursionen durch den Stadtteil bis hin zur Beratung zur naturnahen Gartengestaltung ist alles dabei, was drauĂźen Spass macht. In der Kinderwildnis bei der Ferien-Erlebniswoche wurde Senator Lohse selbst vorrĂĽbergehend zum „Indianer“ gemacht und spielte mit. Das naturnahe, zentral gelegene Erlebnisgelände ist besonders wichtig, da es fĂĽr Kinder im urbanen Umfeld zunehmend schwieriger wird, die Natur selbstständig zu erleben. 

Voller Engagement fĂĽr den Umweltschutz: FĂ–J-ler im Zoo am Meer in Bremerhaven

Voller Engagement fĂĽr den Umweltschutz: FĂ–J-ler im Zoo am Meer in Bremerhaven

In Bremerhaven standen die FÖJ-lerinnen und FÖJ-ler im Vordergrund. Zu Gast beim AWI und im Zoo am Meer ließ sich der Senator ihre vielseitigen Einsatzgebiete vorstellen. Als Bildungs- und Orientierungsjahr bietet das Freiwillige Ökologische Jahr jungen Erwachsenen im Alter von bis zu 26 Jahren die Möglichkeit, in unterschiedlichen Bereichen des Umwelt- und Naturschutzes tätig zu sein. In Bremen wird das FÖJ maßgeblich vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gefördert und finanziert, in Zukunft soll es 50 Einsatzstellen im Land geben.

Auf seiner Sommertour besucht Senator Lohse u.a. noch die Projekte „Imkern im Kindergarten“ und den BarfuĂźpfad in der Umwelt-Lernwerkstatt und einige andere.

Alle Fotos: Miachael Bahlo

 

 

Und auch Patrick von ecolo musste rennen beim Indianer & BĂĽffel-Spiel! PR at its best...

Und auch Patrick von ecolo musste rennen beim Indianer & BĂĽffel-Spiel! PR at its best…

 

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Das MĂĽllproblem und die Zero Waste Bewegung

Gastbeitrag von Isabel Matthias, Studentin der Integrierten Europastudien

Bilder von Abfallbergen und Müllinseln in den Weltmeeren haben inzwischen die meisten Menschen schon einmal gesehen. Da wir Menschen zu viel Müll und insbesondere zu viel Plastikmüll produzieren und dieser oft nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, gelangt Plastik an die unmöglichsten Stellen dieses Planeten. Die KlimaWerkStadt aus der Bremer Neustadt rief daher für den Juli zu einer Müll-Challenge auf. Ab dem 03.07. wird versucht einen Monat möglichst müllfrei zu leben. Unterstützt wird die Challenge mit verschiedenen Veranstaltungen zu dem Thema.

MĂĽllinsel im Meer (c)pixabay

MĂĽllinsel im Meer
(Quelle pixabay)

Aus gegebenem Anlass möchte auch ich mich dieser Herausforderung stellen. Besonders motivierend ist fĂĽr mich dabei, dass es seit Kurzem auch in der KornstraĂźe, also in meiner Nachbarschaft, in der Neustadt das „FĂĽllkorn“ gibt, ein Geschäft, das weitestgehend ohne Verpackung und ganz ohne Plastik auskommt. Im Jahr 2016 fielen in Deutschland 411,5 Tonnen Abfall an, pro Kopf waren es circa 626 Kilogramm MĂĽll. Damit liegt Deutschland im MĂĽllranking Europas auf Platz 2 – lediglich Dänemark  hatte eine noch größere MĂĽllproduktion mit 777 Kilogramm pro Person. Betrachtet man die Konsequenzen, die unser Konsum und die achtlose Entsorgung des Abfalls fĂĽr das Klima, die Artenvielfalt und die beeinträchtigten Lebensräume nach sich ziehen, ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen der Zero Waste Bewegung anschlieĂźen und versuchen, ein plastikfreies oder vollständig mĂĽllfreies Leben zu fĂĽhren.  

Worum geht es?

In den vergangenen Jahren ist mit Blick auf den Umgang mit Müll in einigen Teilen der Gesellschaften viel passiert. Während lange das Recycling das Mittel der Wahl war, war zuletzt der Trend des „Upcyclings“, also die Umfunktionierung alter Gegenstände durch Umbau mit Dingen, die sonst weggeworfen würden, zu beobachten. So entstehen häufig spannende und tolle „neue“ Dinge. Das Zero-Waste-Prinzip setzt nun bereits einen Schritt weiter vorn an – beim „Precycling“: Es soll von vornherein vermieden werden, dass überhaupt Müll anfällt.

Wie geht es?

Um das Leben möglichst müllfrei beziehungsweise müllarm einzurichten, ist die 5R-Strategie in Zero-Waste Netzwerken und Plattformen gängig:

Schritt I: Refuse – Vermeidung und Ablehnung

Unnötige Verpackungen sollen vor vornherein vermieden werden. Werbegeschenke können schlicht nicht angenommen, Werbung kann durch entsprechende Beschilderung an Briefkästen abgelehnt werden. Informiert eure Freunde und Familie über euren Lebenswandel, damit auch sie sich darauf einstellen können und keine Dinge mitbringen, die nicht benötigt werden oder die verpackt sind!

Schritt II: Reduce – Reduktion

An diesem Punkt stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit, meint konkret: Brauche ich diesen Gegenstand, dieses Lebensmittel, dieses Kleidungsstück …? Ich habe mir angewöhnt mir diese Frage beim Einkaufen regelmäßig zu stellen. Brauche ich etwas wirklich oder geht es nur um die Befriedigung eines kurzfristigen Bedürfnisses? Hier geht es um den bewussten Konsum. Viele Dinge kann man zudem gebraucht erwerben oder sich ausleihen und damit Ressourcen (nicht zuletzt die eigenen, finanziellen) schonen.

Schritt III: Reuse – Wiederverwenden und Reparieren

Wie bereits bei Schritt II erwähnt, ist der Erwerb bereits gebrauchter Gegenstände beispielsweise in Second Hand Geschäften oder auch Flohmärkten enorm ressourcenschonend und vermeidet neue (potenzielle Müll-) Produktion. Die meisten gebrauchten Sachen können problemlos wiederverwendet oder praktisch umfunktioniert werden. Selbst wenn die Gegenstände nicht mehr in tadellosem Zustand sind, können sie zumeist sehr einfach repariert werden, dabei kann man ihnen zusätzlich eine persönliche Note verpassen! Es gibt mittlerweile immer mehr so genannte „Repair Cafés“, die eine Infrastruktur zur Reparatur zur Verfügung stellen (Werkzeuge usw.) und bei Bedarf beratende Hilfestellung. Auch Initiativen wie das Foodsharing und Foodsaving gehören in diesen Bereich, denn sie versuchen das Wegwerfen noch genießbarer Lebensmittel zu verhindern. Ich bin immer wieder erstaunt wie viel und in welcher Qualität sich Lebensmittel „retten“ lassen. Kleidertausch und Boxen mit Gegenständen, die zu verschenken sind, am Straßenrand – all dies soll verhindern, dass Dinge zu Müll werden.

Aus alt mach neu (Quelle pixabay)

Aus alt mach neu
(Quelle pixabay)

Als alte Bastlerin bin ich hier schon richtig dabei. Zu einem Geburtstag habe ich vor Kurzem einen Beistelltisch aus einem alten Autoreifen verschenkt und aus alten Stoffen nähe ich gerne etwas Neues. Auch hierbei wird man in der KlimaWerkStadt fĂĽndig. Wer Dinge besitzt, der nicht mehr benötigt werden, kann diese dorthin bringen. Andere  können sich dort dann gegen Spende wieder etwas mitnehmen und umfunktionieren.

Schritt IV: Recycling – Zur Wertstoffsammlung geben

Recycling funktioniert nicht überall in Deutschland gleich, aber zumindest ähnlich. In Bremen gibt es die graue Tonne für Restmüll, die braune Tonne für Biomüll und eine blaue Tonne für Papiermüll. Manchmal gibt es eine gelbe Tonne für Recyclingfähiges und Plastikmüll. Im ecolo Büro stehen hierfür entsprechend verschiedene Müll-Behältnisse bereit. Andere Abfälle, wie beispielsweise Elektrogeräte, Druckerpatronen oder Batterien müssen zu speziellen Sammelstellen oder direkt zum Wertstoffhof gebracht werden. Wenn Müll richtig entsorgt wird, kann dieser recycelt und die Rohstoffe zur Herstellung eines neuen Gegenstandes genutzt werden – es lohnt sich also!

Schritt V: Rot – Kompostieren

Auch ohne Garten kann kompostiert werden. Beispielsweise indem man seine Abfälle in die braune Tonne fĂĽr den BiomĂĽll wirft oder zum Wertstoffhof beziehungsweise zu einer Kompostierungsanlage bringt. Auf diese Art kann neue Erde oder  Energie durch Biogas gewonnen werden. Wer neue Erde direkt zuhause gewinnen möchte, kann sich einen Kompostierungseimer „Bokashi“ aus Japan besorgen oder selbst basteln. Dieser verarbeitet Bioabfälle nicht nur zu fruchtbarer Erde, sondern liefert auch eine enorm nährstoffreiche FlĂĽssigkeit, die als Bio-DĂĽnger verwendet werden kann.

Wer jetzt interessiert ist und sich mit mir und viele anderen direkt der MĂĽll-Challenge stellen möchte oder auch wer erstmal mehr darĂĽber erfahren möchte, findet hier aufgelistet Anlaufstellen in Bremen sowie Informationsportale und Blogs. 
Zero-Waste Anlaufstellen in Bremen

Füllkorn – unverpackt & bio

KornstraĂźe 12
28201 Bremen

https://www.fĂĽllkorn.de/

selfair

Vor dem Steintor 189
28203 Bremen

www.selfair.de

Milchtankstellen

http://www.milchtankstellen.com/cms/front_content.php

Umsonstladen

umsonstladenbremen.blogsport.de

KlimaWerkStadt

https://klimawerkstadt-bremen.de/

 

Weitere Informationen zum Thema

Eine Auswahl deutschsprachiger Blogs:

Zwei der bekanntesten internationalen Blogs:

 Und eine Ăśbersicht ĂĽber Unverpacktläden und Möglichkeiten unverpackt einzukaufen:

 Wer lieber in BĂĽchern stöbert hier ein paar gute BĂĽcher fĂĽr den Einstieg:

  • Shia Su- Zero Waste, weniger MĂĽll ist das neue grĂĽn
  • Anneliese Bunk & Nadine Schubert- Besser leben ohne Plastik
  • Smarticular – Selber machen statt kaufen: Haut und Haar + KĂĽche
  • Smarticular – FĂĽnf Hausmittel ersetzen eine Drogerie
  • Bea Johnson- Zero Waste Home, glĂĽcklich leben ohne MĂĽll

[Quelle der Liste: KlimaWerkStadt]

 

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Städtischer Gartenbau – “Urban Gardening” in Bremen

Gastbeitrag von Isabel Matthias, Studentin der Integrierten Europastudien

Wer hat sie noch nicht bemerkt, die Hochbeete und Pflanzgefäße aller Art, die an immer mehr öffentlichen Plätzen und Gärten auftauchen. Ein urban_gardening_pixabaybesonderes Beispiel ist sicherlich der von Anwohnenden organisierte Garten auf dem Lucie-Flechtmann-Platz in der Bremer Neustadt, der inzwischen entsiegelt und offiziell in einen urbanen Garten umstrukturiert wurde. Aber auch auf dem Hanseatenhof finden sich Hochbeete mit verschiedensten Pflanzen – von Erdbeeren über Erbsen bis Tomaten. Bei gutem Wetter verbringt ecolo auch mal die Mittagspause dort. Aufmerksame Spazierende können Zucchini und Mangold im Blumenbeet an der Mühle am Wall entdecken. Der Trend des Urban Gardening ist im öffentlichen Leben angekommen. Auch ich wurde von der Idee angesteckt. Nach meinem Umzug aus einer großen WG mit Gemüsegarten und Gewächshaus in eine Wohnung mit Balkon fehlte doch erstmal irgendwas. Aber das urbane Gärtnern kennt keine Grenzen – so steht mein Balkon jetzt voll mit Tomatenpflanzen, in den Kästen wachsen Kräuter, Kohlrabi und Blumen für Bienen und eine Zucchini rankt in einem Topf. Ein grüner und durch Blumen sogar bunter Balkon ist schön anzusehen und duftet. Im zweiten Stock ist es auf einmal lebendig, denn Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten halten Einzug. Und schließlich ernte ich natürlich eine Menge leckerer Früchte, Kräuter und Gemüse. Im Mai waren zum Beispiel selbst gezogene Radieschen Standardbestandteil meines Mittagessens bei ecolo.

Urban Gardening – was ist das?

urban_gardening2_pixabayWas genau ist denn das städtische Gärtnern eigentlich? Der urbane Gartenbau fußt auf drei Grundideen: Es soll gemeinsam gegärtnert, also etwas geschaffen werden. Hierdurch kommen Menschen in Städten in Kontakt, Netzwerke können entstehen und es wird gemeinsam etwas erarbeitet. Weiter soll der bewusste Konsum gestärkt und das Stadtbild verschönert werden. Produktionsketten sind im globalen Kontext häufig sehr lang und benachteiligen oft diejenigen, die die Lebensmittel tatsächlich anbauen. Durch eigenen Anbau wird das Bewusstsein gestärkt und ein Umdenken hin zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln gefördert. Ich selbst würde nicht auf die Idee kommen meine eigenen Gemüsepflanzen mit Pestiziden zu behandeln – ich will die Tomaten ja einfach pflücken und bedenkenlos essen können. Auch Umstrukturierung im öffentlichen Bereich, besonders im Kontext der Flächenversiegelung spielt eine Rolle. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Der Lucie-Flechtmann-Platz war ein grauer und komplett versiegelter Platz, der lediglich von einigen Besuchenden des Kiosks genutzt wurde. Dabei liegen ein Kindergarten und ein Seniorenheim in direkter Nähe. Durch das Engagement von Anwohnenden und den genannten Einrichtungen wurde der Platz grün und belebt. Die hierfür genutzten Flächen werden nachhaltig und umweltschonend bewirtschaftet. Auch die Wertschätzung der Erträge spielt eine große Rolle. Alternative und ökologische Konzepte der Landwirtschaft sind sehr präsent. Gerade die Permakultur ist hier zu nennen. In meiner alten Wohngemeinschaft haben wir nach permakulturellem Vorbild eine Kräuterspirale angelegt. Eine spiralförmige, sich nach oben hin windende Schnecke quasi. Gefüllt wird das Ganze mit verschiedenen Schichten und Mischungen von Erde, Sand, Kalk und Humus. Am Fuß wird ein kleiner Teich in den Boden gelassen, der durch ein Stück Jute oder Wurzelgeflecht mit der Erde verbunden ist. Es entsteht ein unabhängiges Ökosystem, in dem Pflanzen mit verschiedensten Ansprüchen ihren Platz finden. Es hat Spaß gemacht die Spirale zu bauen und es ist ein tolles Beispiel für Permakultur und alternativen Gartenbau.

Was passiert in Bremen dazu?

Was das urbane Gärtnern betrifft, ist in Bremen eine Menge los. Daher sei bereits an dieser Stelle erwähnt, dass die folgenden Projekte nur Beispiele fĂĽr eine bunte Vielzahl urbaner Gartenaktivitäten in Bremen sind: 

Ein mehrfach erwähntes Beispiel ist die „Lucie“. Genauer: „Ab geht die Lucie“, der Gemeinschaftsgarten in der Neustadt auf dem Lucie-Flechtmann Platz. Dieser entstand durch das Engagement motivierter Anwohner*innen und wurde inzwischen von der Stadt entsiegelt.

http://ab-geht-die-lucie.blogspot.com/

Auf dem Dach der VHS ist viel los – denn dort wird „Rooftop Gardening“ betrieben, und das in ziemlich großem Stil. Dies wird als Basis für Kurse genutzt, beispielsweise zum Kochen aber auch um das Gärtnern selbst zu erlernen.

https://www.vhs-bremen.de/Live/VHS_Dachgarten_FS18.vhs

In der Überseestadt sowie am Industriehafen findet man die Gemüsewerft. Hierbei handelt es sich um einen Zweckbetrieb einer gemeinnützigen Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH. Menschen, die aufgrund von Erkrankungen oder Behinderungen nicht erwerbstätig sind oder sein können, können hier einer arbeitsmarktnahen Beschäftigung nachgehen und so soziale Teilhabe erfahren.

http://www.gib-bremen.info/urban_gardening_farming_gemuesewerft.php

In der Waller Feldmark findet sich ein 2300m² großes Areal, das nun als Kleingarten genutzt wird, von Menschen die Lust auf eigenen Gemüseanbau und interkulturelle Begegnungen haben, denn hier befindet sich der Internationale Garten Walle.

http://www.internationaler-garten-walle.de/garten.html

Auch in Tenever findet sich ein Projekt des städtischen Gartenbaus. Das Grabeland direkt hinter den Siedlungen bietet zahlreichen Bewohner*innen den Raum, sich in der Natur zu verwirklichen. Es gibt hierbei keine Rahmenbedingungen oder Regeln, abgesehen von Grundsätzen der Höflichkeit, sodass alle Teilnehmenden eigenverantwortlich auf ihren Parzellen arbeiten können.

https://anstiftung.de/urbane-gaerten?catid=0&id=84

Die Stadt listet hier [https://www.bremen.de/rss/17004] ergänzend diverse spannende Garten-Blogs und Projekte.

Wurde euer Interesse geweckt?

Vielleicht überkommt auch euch die Lust nun den Balkon zu begrünen, euch an einem Projekt zu beteiligen oder direkt eine eigene Parzelle zu bewirtschaften – ich bin auf jeden Fall motivierter denn je. Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von globalen Nahrungsmittelkonzernen sind reizvoll und es ist einfach schön draußen zu sein und zu sehen wie die eigene Arbeit buchstäblich Früchte trägt!

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