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Dokumentenserver Klimawandel stellt Wissen fĂĽr alle bereit

Seit dem 13. Juli sind Forschungsergebnisse zum Klimawandel frei im Netz verfĂĽgbar. Der „Dokumentenserver Klimawandel“ bĂĽndelt Erkenntnisse und Materialien aus Forschungsprojekten, wie Berichte, Bildungsmaterialien, Flyer, Filme und vieles mehr. Bereitgestellt wird das Wissensarchiv von der Hamburg University Press, dem Open-Access-Verlag der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, und dem Climate Service Center 2.0.

ForschungsverbĂĽnde und Wissenschaftler haben die Möglichkeit, thematisch relevante Dokumente auf dem „Dokumentenserver Klimawandel“ zur VerfĂĽgung zu stellen. Das Wissensarchiv ist offen fĂĽr die Allgemeinheit sowie fĂĽr Akteure aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft. Ziel der Online-Datenbank ist, wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen zum Klimawandel dauerhaft leicht auffindbar zu machen, auch nachdem die Projekte ausgelaufen sind.

Bisher ist insbesondere die bundesweite FördermaĂźnahme KLIMZUG (Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten) mit ĂĽber 400 Dokumenten im Online-Wissensarchiv erfasst. ecolo war daran innerhalb des regionalen Verbundprojekts „nordwest2050 – Perspektiven fĂĽr klimaangepasste Innovationsprozesse in der Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten“ zwischen 2008 und 2014 beteiligt. In nordwest2050 wurden fĂĽr die drei Wirtschaftssektoren Ernährung, Energie sowie Hafen und Logistik die Verletzlichkeiten durch den Klimawandel bestimmt und sogenannte „Roadmaps“ der Klimaanpassung fĂĽr die Modellregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten erarbeitet. Auch hierzu wurden zahlreiche Dokumente in der Online-Wissensdatenbank bereitgestellt.

Zu finden ist der „Dokumentenserver Klimawandel“ unter: http://edoc.sub.uni-hamburg.de/klimawandel/home

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Vom GrĂĽn in der Stadt zum Lebensklima

Ăśppiges GrĂĽn rund um einen der berĂĽhmtesten Stein Bremens

Ăśppiges GrĂĽn rund um einen der berĂĽhmtesten Stein Bremens

Grün braucht Feuchtigkeit – eine Binsenweisheit die auch für das Grün zwischen dem Steinpflaster in der Bremer Innenstadt gilt. Besonders üppig fällt der mosige Bewuchs rund um einen der berühmtesten Steine auf der Domsheide auf: Der Gesche-Gottfried-Stein scheint eine geradezu magische Kraft zu besitzen, dem Grün in unmittelbarer Umgebung des Steins eine außerordentliche Fülle zu verleihen. Hier fand am 21. April 1831 die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen statt und immer noch ranken sich Legenden um dieses Geschehen.

Beim genaueren Nachdenken allerdings wird diese Zauberkraft dann doch ziemlich schnell und recht unappetitlich weggewischt, denn immer noch gibt es einige, oft gut gekleidete Herren, die mal eben so im Vorbeigehen auf diesen Stein spucken, um damit ihrer Aversion gegen Giftmischerinnen Ausdruck zu verleihen. Nun denn, etwas Gutes hat es ja, wenn man bedenkt, dass die menschliche Spucke zu 99 Prozent aus Wasser besteht.

Und von eben diesem Wasser hat man in der Stadt manchmal zu viel – bei häufiger vorkommenden Starkregenereignissen – und manchmal zu wenig – während intensiver Hitzeperioden. Die ausgeglichene Balance wird durch den Klimawandel kräftig gestört, was vor allem das Grün in der Stadt zu spüren bekommt. ecolo hat zu diesem Thema zusammen mit der Bremer Umwelt Beratung und in Kooperation mit dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr beim Bundesumweltministerium einen Projektantrag gestellt, der vor allem das Lebensklima an ausgesuchten Orten in Bremen verbessern soll. Der Gesche Gottfried Stein wird zwar nicht zu diesen Orten gehören; er folgt mit dem umgegebenen Grün einer ganz eigenen Logik.

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Praxis Bau: So geht Kreislaufwirtschaft!

Fast 40 Gäste aus ganz Deutschland kamen zum Abschluss des Projekts „Entwicklung zukunftsfähiger Instrumente zum bewussteren Umgang mit gebrauchten Bauteilen“ am Dienstag, den 7. Juli, zusammen. Die Konferenz fand in den Räumen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück statt, die das Projekt vier Jahre lang förderte und mit der Projektleiterin Frau Exner immer eine treibende Kraft als Ansprechpartnerin hatte. Auch ecolo begleitet das Projekt bereits seit Jahren, berät und organisiert Veranstaltungen, wie auch diese Abschlusskonferenz.

Projektleiter aus Gronau, Luckenwalde, Saarbrücken und Aachen präsentierten ihre Rückbauprogramme und zeigten Bauwerke, die sie (fast) ausschließlich mit gebrauchten Bauteilen umsetzten. Ute Dechantsreiter, Vorstand des Bundesverbands bauteilnetz Deutschland e.V., fasste die Fortschritte der letzten Jahre zusammen und gab einen Ausblick darüber, welche Herausforderungen in der Zukunft noch zu meistern sind.

Die Wiederverwendung von Bauteilen hat viele Vorteile: Der sparsame Umgang mit Ressourcen wird gefördert und regt so eine nachhaltigere Arbeitsweise in der Baubranche an. Zudem entstehen durch die Gründung regionaler Bauteilbörsen neue Arbeitsplätze. Durch die Wiederverwendung alter Bauteile kann sogenannte Graue Energie – die Menge an Energie, die für ein Produkt von der Herstellung bis zur Entsorgung benötigt wird – eingespart werden. So wird weniger CO2 emittiert und das Klima geschützt. Außerdem werden Abfälle und so auch teure Entsorgungskosten vermieden.

„Der Abfall von gestern ist der Rohstoff von morgen!“, bekräftigte auch Anja Zens, Projektleiterin des Counter Entropy House. Sie präsentierte das mit Studenten der RWTH Aachen entworfene und realisierte 46m² umfassende Haus, das aus gebrauchten Bauteilen und sog. Sekundärrohstoffen besteht und ausschließlich über Solarenergie versorgt werden kann.

Bauteilbörsen für mehr Ressourceneffizienz

Neben Ressourcenschonung betont Michael Bär die sozialen Vorteile bei der Arbeit im GebrauchtBauMarkt Saarbrücken.

Projektleiter des GebrauchtBauMarkts in Saarbrücken, Michael Bär, ging besonders auf den sozialen Aspekt der Bauteilewiederverwendung ein. Er berichtete von seinen positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen: Die Arbeit in der Bauteilbörse sei sinnstiftend und verhelfe den Menschen zu mehr Selbstbewusstsein. Gleichzeitig würden sie qualifiziert und erhielten so bessere Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Die Gäste diskutierten auch Möglichkeiten, wie das Themas Bauteilewiederverwendung in die Ausbildungsberufe im Bereich Bau integriert werden kann, um jüngere Menschen für den nachhaltigen Umgang mit Baumaterialien zu sensibilisieren. Auch tauschten die Gäste sich über die teils noch unklaren rechtlichen Bedingungen beim Umgang mit gebrauchten Bauteilen aus und erwogen Wege, wie in der Gesellschaft noch mehr Akzeptanz für die die Werte in alten Bauteilen erreicht werden kann.

Mehr Informationen zum Thema Bauteilewiederverwertung gibt es auf den Seiten des bauteilnetz Deutschland und konkrete Bauteile bei der bauteilbörse bremen.

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Summer in the city

Temperaturen ĂĽber 30 Grad, stickige, trockene Luft und bei jeder Bewegung bricht einem der SchweiĂź aus. Es ist noch gar nicht so lange her, da fragte man sich, ob denn der Sommer ĂĽberhaupt noch kommen wĂĽrde – erinnert sei an dieser Stelle an Rudi Carrells berĂĽhmten Schlager aus dem Jahr 1975. Nun haben wir ihn – und (fast) alle stöhnen.

Bremen im Sommer: Die rot-orangen Bereiche weisen auf erhöhte Hitzeentwicklung und damit ein kritisches Bioklima  in den Stadtvierteln hin.

Bremen im Sommer: Die rot-orangen Bereiche weisen auf erhöhte Hitzeentwicklung und damit ein kritisches Bioklima in den Stadtvierteln hin.

Mit dem Klimawandel werden solche Temperaturen in wenigen Jahrzehnten die Regel und nicht mehr die Ausnahme sein und es ist nur folgerichtig, wenn wir bereits heute beginnen, in der städtebaulichen Planung solche Entwicklungen zu berücksichtigen. Die Bremer Umweltpolitik ist dafür ganz gut aufgestellt: Mit dem Klimaschutz- und Energiegesetz sind auch die Notwendigkeiten einer Anpassung an den Klimawandel formuliert und im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen noch einmal als Handlungspfad in der kommenden Legislaturperiode festgeschrieben. Und dann plant ecolo zusammen mit der Bremer Umweltberatung und in Kooperation mit dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr ab Herbst ein Projekt, dass neben dem Thema Hitze auch die Eigenvorsorge bei Starkregen für den privaten Sektor in den Fokus rückt.

Hitze – vor allem in dichtbebauten Stadtteilen – kann besonders für ältere Menschen und Kinder bedrohlich werden. Deshalb hier ein paar Tipps, wie Sie gut durch den Sommer kommen:

– Vor allem viel trinken (Wasser, Säfte, kalte Tees möglichst ungesĂĽĂźt):  1,5 Liter sind das absolute Minimum auch fĂĽr Kinder.
– Sollten in Ihrer Nachbarschaft ältere Menschen wohnen, weisen Sie diese bitte auch darauf hin.
– Vermeiden Sie Anstrengungen in der größten Mittagshitze.
– Halten Sie sich möglichst im Schatten auf; hingewiesen sei hier auf die groĂźe Bedeutung von StraĂźenbäumen.

Kinder dĂĽrfen bei Hitze niemals im Auto gelassen werden!

So ist es richtig: Kinder immer aus dem Auto raus nehmen, bei Hitze niemals im Wagen lassen!

– Lassen Sie niemals Kinder oder Tiere im Auto, bereits nach wenigen Minuten ist der Wagen derart aufgeheizt, dass Lebensgefahr besteht!
– KĂĽhlen Sie Ihre Wohnung in den frĂĽhen Morgenstunden und schlieĂźen Sie anschlieĂźend die Fenster.
– Verschatten Sie groĂźe, nach SĂĽden ausgerichtete Fenster.
– Wenn möglich, spannen Sie feuchte TĂĽcher vor das offene Fenster, das bringt viel AbkĂĽhlung.
– Vermeiden Sie zu groĂźe Temperaturunterschiede zwischen drauĂźen und gekĂĽhlten Innenräumen; die Erkältung ist sonst vorprogrammiert.

So, dann kommen Sie gut durch die Hitze!

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Warum es uns so schwer fällt, unser Verhalten zu verändern

Umweltwissenschaftler, Politiker und manchmal auch Unternehmer – sie alle melden sich häufig zu Wort, wenn es um den Klimaschutz geht. Aber was sagen eigentlich die Neurowissenschaftler zu diesem Thema? KĂĽrzlich durfte ich auf einer Veranstaltung einem Vortrag des Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Roth lauschen, in dem er seine Erkenntnisse zum Klimaschutz preisgab:

Gerhard Roth, Professor für Hirnforschung an der Universität Bremen

Gerhard Roth, Professor für Hirnforschung an der Universität Bremen

„Fast 100 Prozent aller Menschen sind laut Umfragen von der Bedeutsamkeit des Klimaschutzes überzeugt – doch kaum jemand ändert wirklich sein Verhalten!“, wundert sich der Verhaltensphysiologe. Woran liegt es also, dass so gut wie jeder Einzelne weiß, wie wichtig es ist, das Klima zu schützen – und dennoch jeden Morgen ins Auto steigt und sorglos zuhause das Licht brennen lässt? Dieser Frage geht Prof. Dr. Dr. Roth, tätig am Institut für Hirnforschung an der Uni Bremen, auf den Grund.

Er erklärt: „Die meisten Dinge, die wir tun, tun wir aus emotionalen GrĂĽnden und ganz intuitiv! Da spielt die pure Vernunft gar keine Rolle.“ Informationen mĂĽssten kognitiv und emotional aufbereitet sein, um Menschen wirklich zu erreichen. Sofort mĂĽsse jeder Einzelne erkennen: „Da geht es ja um mich! Um meine Probleme und mein individuelles Verhalten!“ Laut Roth fĂĽhrt Einsicht nur zu einer Verhaltensänderung, wenn sich Menschen von dieser einen unbewussten Vorteil versprechen. Erschwerend komme der Aspekt des „Beharrungsvermögens“ dazu – Menschen, so Roth, haben ihre Gewohnheiten und pflegen diese auch gern. Der Hirnforscher legt auch dar, wieso: „Unser Gehirn belohnt uns, wenn wir unseren Gepflogenheiten nachgehen.“ Die Belohnung, die sich jeder Einzelne von einer Verhaltensänderung verspricht, mĂĽsse also größer sein als die Honorierung des Gehirns fĂĽr die Pflege von Gewohnheiten.

Gerade deswegen mĂĽssten Anreize fĂĽr Klimaschutz geschaffen werden – materieller, sozialer oder intrinsischer Art. Materielle und soziale Anreize (beispielsweise Geld und Status) können seiner Meinung nach jedoch nicht zu einer langfristigen Verhaltensänderung beitragen. Diese erreiche man nur, wenn aus intrinsischen Motiven gehandelt wird – wenn man ĂĽberzeugt von der Sache selbst und ihrer Bedeutsamkeit ist. Auch betont der Hirnforscher, dass Appelle zu klimaschĂĽtzenden MaĂźnahmen nicht moralisierend, zu abstrakt oder zu technisch formuliert werden dĂĽrfen.

Ob die bei der Veranstaltung anwesenden Gäste diese Erkenntnisse kĂĽnftig berĂĽcksichtigen werden, ist ungewiss – mir persönlich werden sie sicher allerspätestens am nächsten Neujahrstag helfen, wenn ich mir wieder vornehme, endlich die lästigen Gewohnheiten abzulegen!

Buchcover Gerhard Roth

Wer dieses Thema auch so spannend findet, kann in Prof. Dr. Dr. Roths Buch „Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten: Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern“ weiterlesen, dessen 2. Auflage in diesem Jahr im Verlag Klett-Cotta erscheint.

 

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