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ecolos Auftritt beim Klub Dialog#32

Wer schon immer mal wissen wollte, was ecolo eigentlich alles so macht, ist herzlich eingeladen, uns heute Abend beim Klub Dialog#32 im LichtLuftBad¬†(Strandweg 105, 28201 Bremen) anzufeuern! In exakt 7 Minuten auf der B√ľhne pr√§sentieren Claudia, Lars und ich geballte Nachhaltigkeitspower made in Bremen. Und das sagt Klub Dialog √ľber uns: „Klima im Wandel. Wir brauchen einen behutsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen,¬†Weitblick und einen langen Atem. FuŐąr ecolo geh√∂ren Einsicht, Umsicht und Gestaltungswillen in¬†den Ver√§nderungsprozessen von Umwelt und Gesellschaft zu den Kriterien bei der Planung¬†und Steuerung ihrer Projekte. Dienstleistung trifft Verantwortung.“

Also: Von luftigen Gedanken inspirieren lassen und den illlustren Gästen zuhören, wie sie von Perspektivwechseln erzählen.

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Warum es uns so schwer fällt, unser Verhalten zu verändern

Umweltwissenschaftler, Politiker und manchmal auch Unternehmer – sie alle melden sich h√§ufig zu Wort, wenn es um den Klimaschutz geht. Aber was sagen eigentlich die Neurowissenschaftler zu diesem Thema? K√ľrzlich durfte ich auf einer Veranstaltung einem Vortrag des Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Roth lauschen, in dem er seine Erkenntnisse zum Klimaschutz preisgab:

Gerhard Roth, Professor f√ľr Hirnforschung an der Universit√§t Bremen

Gerhard Roth, Professor f√ľr Hirnforschung an der Universit√§t Bremen

‚ÄěFast 100 Prozent aller Menschen sind laut Umfragen von der Bedeutsamkeit des Klimaschutzes √ľberzeugt ‚Äď doch kaum jemand √§ndert wirklich sein Verhalten!‚Äú, wundert sich der Verhaltensphysiologe. Woran liegt es also, dass so gut wie jeder Einzelne wei√ü, wie wichtig es ist, das Klima zu sch√ľtzen ‚Äď und dennoch jeden Morgen ins Auto steigt und sorglos zuhause das Licht brennen l√§sst? Dieser Frage geht Prof. Dr. Dr. Roth, t√§tig am Institut f√ľr Hirnforschung an der Uni Bremen, auf den Grund.

Er erkl√§rt: ‚ÄěDie meisten Dinge, die wir tun, tun wir aus emotionalen Gr√ľnden und ganz intuitiv! Da spielt die pure Vernunft gar keine Rolle.‚Äú Informationen m√ľssten kognitiv und emotional aufbereitet sein, um Menschen wirklich zu erreichen. Sofort m√ľsse jeder Einzelne erkennen: ‚ÄěDa geht es ja um mich! Um meine Probleme und mein individuelles Verhalten!‚Äú Laut Roth f√ľhrt Einsicht nur zu einer Verhaltens√§nderung, wenn sich Menschen von dieser einen unbewussten Vorteil versprechen. Erschwerend komme der Aspekt des ‚ÄěBeharrungsverm√∂gens‚Äú dazu – Menschen, so Roth, haben ihre Gewohnheiten und pflegen diese auch gern. Der Hirnforscher legt auch dar, wieso: ‚ÄěUnser Gehirn belohnt uns, wenn wir unseren Gepflogenheiten nachgehen.‚Äú Die Belohnung, die sich jeder Einzelne von einer Verhaltens√§nderung verspricht, m√ľsse also gr√∂√üer sein als die Honorierung des Gehirns f√ľr die Pflege von Gewohnheiten.

Gerade deswegen m√ľssten Anreize f√ľr Klimaschutz geschaffen werden – materieller, sozialer oder intrinsischer Art. Materielle und soziale Anreize (beispielsweise Geld und Status) k√∂nnen seiner Meinung nach jedoch nicht zu einer langfristigen Verhaltens√§nderung beitragen. Diese erreiche man nur, wenn aus intrinsischen Motiven gehandelt wird ‚Äď wenn man √ľberzeugt von der Sache selbst und ihrer Bedeutsamkeit ist. Auch betont der Hirnforscher, dass Appelle zu klimasch√ľtzenden Ma√ünahmen nicht moralisierend, zu abstrakt oder zu technisch formuliert werden d√ľrfen.

Ob die bei der Veranstaltung anwesenden G√§ste diese Erkenntnisse k√ľnftig ber√ľcksichtigen werden, ist ungewiss – mir pers√∂nlich werden sie sicher allersp√§testens am n√§chsten Neujahrstag helfen, wenn ich mir wieder vornehme, endlich die l√§stigen Gewohnheiten abzulegen!

Buchcover Gerhard Roth

Wer dieses Thema auch so spannend findet, kann in Prof. Dr. Dr. Roths Buch ‚ÄěPers√∂nlichkeit, Entscheidung und Verhalten: Warum es so schwierig ist, sich und andere zu √§ndern‚Äú weiterlesen, dessen 2. Auflage in diesem Jahr im Verlag Klett-Cotta erscheint.

 

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