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Zappenduster! so heiĂźt die neue Kampagne gegen Energiesperren

Kampagne zur Verhinderung von Energiesperren

Kampagne zur Verhinderung von Energiesperren

Im Land Bremen wirbt ab sofort eine Kampagne für schnelle Hilfe gegen Energiesperren. „Zappenduster!“ heißt sie und ist von den Mitgliedern des Runden Tisches „Energiesperren verhindern“ erarbeitet worden. Ihr Inhalt: Informationen zur Hilfe und Selbsthilfe in fünf Sprachen. Der Runde Tisch „Energiesperren verhindern“ wird seit Herbst 2014 von ecolo moderiert und ist eine in Bremen und Bremerhaven bislang einmalige Zusammensetzung von Vertreterinnen und Vertretern der Sozialämter, Jobcenter, Verbraucherzentrale, Schuldnerberatungen, Aktionsgemeinschaft arbeitsloser Bürgerinnen und Bürger e.V. (agab), von Sozial- sowie Umweltressort und swb.

In Zusammenarbeit mit der Grafikagantur Rank-Design erstellte ecolo die Kommunikationsmittel, denn Information ist der erste Schritt zur Hilfe. Jetzt gibt es eine kostenlose Info-Hotline, eine Webseite, Plakate und Faltblätter in fünf Sprachen unter dem Motto „Zappenduster! – Handeln Sie, bevor es zu spät ist!“, um über die Folgen, Kosten und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren, wenn Strom, Erdgas oder Trinkwasser abgestellt werden. Auf www.sos-stromsperre.de klären die Akteure des Runden Tisches darüber auf, was es heißt, wenn die Heizung kalt, die Dusche trocken und das Licht aus bleiben, und welche Einrichtung in welcher Situation am besten helfen kann.

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Klima-Sichten: Themenwochenende zum anthropogenen Klimawandel

„Wir sind Teil der Natur. Wenn wir die Natur verletzen, verletzen wir auch uns selbst.“ (Lab Teater Ciputat, Jakarta, Indonesien) — Wir können uns nicht unabhängig von der uns umgebenden Umwelt betrachten, denn wir beeinflussen sie, ebenso wie sie uns beeinflusst. So leitet das Theater Bremen seine Themenreihe anlässlich des Klimagipfels in Paris ein. Und eben die Bedeutung dieser Aussage für jeden einzelnen von uns ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Sie sehen sich zu wenig als Teil eines Ganzen oder gar als naturzugehörig. Umso empfehlenswerter das, was das Theater Bremen dazu veranstaltet:

Der anthropogene Klimawandel hat tragische Auswirkungen auf die Natur und damit auf das Leben der Menschen weltweit. Im Theater werden (nicht selten dramatische) Geschichten erzählt. Wie wurden und werden diese verändert? Auf allen Kontinenten finden sich theatrale Arbeiten, die vom (Über-)Leben des Menschen im Anthropozän berichten.

Sichten Sie gemeinsam mit dem Theater Bremen zehn Tage vor der entscheidenden Klimakonferenz in Paris das Welt-Klima: Begleiten Sie die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) zu den mannigfaltigen Phänomenen des Klimawandels. Erfahren Sie, welche Bedeutung Naturbegegnungen für die innere Natur des Menschen haben und lernen Sie Arbeiten internationaler Klima-KünstlerInnen kennen. Nehmen Sie Einsicht in die Produktion „Nostalgie 2175“ von Anja Hilling, die am 28. November Premiere feiert. Erfahren Sie mehr über die Besonderheiten künstlerisch-wissenschaftlicher Kooperationen und lernen Sie lokale Initiativen in Bremen kennen. Kochen Sie gemeinsam ein Klima-Dinner und reisen Sie im Film „ThuleTuvalu“ an eben jene Orte, die bereits jetzt so stark existenziell betroffen sind, dass es für die BewohnerInnen dort keine Zukunft mehr geben wird.

Dieses Wochenende ist der Auftakt einer neuen Reihe am Theater Bremen. Die Teilnahme ist kostenlos. Diese Veranstaltung wird dank der finanziellen Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen und in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven realisiert.

Programm

Freitag, 20. November 2015

16 Uhr: Eröffnung Ausstellung Welt(Klima)Theater Täglich geöffnet ab 14 Uhr (bis Mitte Januar 2016)
16:30 Uhr: Climate Media Factory
17:45 Uhr: Wieviel Natur braucht der Mensch?
19 Uhr: Ein-Sichten zu „Nostalgie 2175“ von Anja Hilling

Samstag 21. November 2015

10 Uhr: Klimawandel
11:30 Uhr: Performance under Climatic Conditions
13:30 Uhr: Klima(Gedanken-)Experimente
15 Uhr: Skype Lectures with international climate artists
16 Uhr: Das Klimadinner Begrenzte Platzzahl. Eintritt frei. Anmeldung: ndriemeyer@theaterbremen.de
16 Uhr: Commons – in Bremen
19:30 Uhr: Film ThuleTuvalu von Matthias von Gunten

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Berufsfeld Klimaschutz: Zukunft braucht Frauen

Etwa 30 Frauen kamen am Donnerstag, den 12. November, im Gästehaus der Uni Bremen zusammen, um Impulsvorträgen rund um die Thematik Frauen im Berufsfeld Klimawandel zuzuhören und zu diskutieren. Zu der Veranstaltung lud Prof. Dr. Ines Weller ein, die das Projekt „GenderNETCLIM“ – Chancengerechtigkeit im Klimawandel“ an der Uni Bremen in Kooperation mit dem Netzwerk „GenderCC – Women for Climate Justice“ leitet.

Besondere Ehre wurde ecolos Geschäftsführer Andreas Lieberum zuteil: Trotz eindeutig männlichen Geschlechts wurde er als Referent eingeladen. Als einziger männlicher Gast sprach er über Ideen und Kompetenzen, die in Zukunft benötigt werden, um Klimaforschung, -schutz und -anpassung erfolgreich stattfinden zu lassen. Er hob klassische Managementfähigkeiten wie Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen hervor, die bei Frauen besonders stark ausgeprägt sind, und zeigte auf, dass die Mehrheit der Klimaschutzmanager in Norddeutschland trotzdem (noch) männlich ist. Bei ecolo jedoch hat man die Qualität der weiblichen Kompetenzen schnell erkannt und schätzen gelernt – sechs von neun Mitarbeitenden sind weiblich!

Anschließend berichtete Dr. Ellen Damm von ihren persönlichen Erfahrungen in der Karriereplanung in der Wissenschaft. Die am Alfred-Wegener-Institut tätige Geowissenschaftlerin betonte die Bedeutsamkeit von Netzwerken und ermutigte die Zuhörerinnen, sich häufiger auszutauschen und zusammenzuschließen. Diese Meinung teilte auch Delia Richter, Geschäftsführerin der wpd windmanager business GmbH. „Selbst ist die Frau!“, bekräftigte sie und forderte außerdem dazu auf, selbstbewusster aufzutreten.

Als Gründerin des Ingenieursbüro Hupfer Ingenieure konnte auch Katrin Hupfer von persönlichen Erlebnissen und Erkenntnissen aus einer Männerdomäne erzählen. Sie riet dazu, weniger „fleißiges Bienchen“ zu sein und den selbstkritischen Perfektionismus „über Bord zu werfen“. Anstatt stets darauf zu warten, gefragt zu werden, sollte frau Eigenintiative ergreifen und selbst aktiv werden.

In einem waren sich zum Schluss alle Anwesenden sicher: Für Klimaforschung, Klimaschutz und Klimaanpassung ist viel Frauenpower nötig!

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