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Die Ersten werden die Letzten sein

„America first“, so tönt es immer wieder aus dem WeiĂźen Haus und so pfiffen es die Spatzen bereits seit Wochen von den Dächern: das gilt nun auch fĂĽr die Abkehr der USA vom Pariser Klimaabkommen. Und unisono (ausgenommen Nicaragua und Syrien – die natĂĽrlichen VerbĂĽndeten der USA in Sachen KlimalĂĽge) wird dieser Schritt mit Erschrecken und Erstaunen aufgenommen. Wer genau hingehört hätte, wusste aber schon vor Monaten, dass es so kommen wĂĽrde und wer hoffte, dass die EinflĂĽsterer Ivanka Trump, ihr Ehegatte oder der AuĂźenminister vielleicht doch Gehör finden wĂĽrden, wurde nun eines Besseren belehrt. Damit stellt sich das Land mit Weltmachtanspruch eindeutig auf die letzte Stufe und ist eindeutig isoliert und abgehängt – auch wenn es, wie gerade vom Berliner Kreis der CDU geschehen, stehengebliebene Nachahmer gibt.

Was aber bedeutet der Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen nun wirklich?
Zunächst gibt es ein zumindest verbal geäußertes Zusammenrücken der nach wie vor Willigen aus Europa, Asien und Kanada. Dabei bleibt dann allerdings auch nur das Prinzip Hoffnung, diesen Treuebekundungen nun auch konkrete politische Taten folgen zu lassen – ganz besonders Merkel ist gefordert.

China reibt sich die Hände, da sie in der weiteren zentralstaatlich gesteuerten Umweltpolitik selbstverständlich ihre Chancen fĂĽr ihre (Umwelt-)Technologien sehen und  – zumindest nicht ganz unwahrscheinlich – die USA (und Europa) auf diesem Sektor vor sich hertreiben werden.
Die schon heute abgehängten Staaten des Südens werden noch weiter abgehängt, da selbstverständlich die finanziellen Versprechungen zur Förderung des Klimaschutzes und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels in den besonders betroffenen Ländern des Pazifiks und Afrikas ohne die USA noch unwahrscheinlicher geworden sind.

Und schließlich die Frage nach den Folgen für die Umwelt und damit der Beschleunigung des Klimawandels, in dessen Zusammenhang das 2° Grad Ziel zwar eine gute politische Orientierung aber keinesfalls ein realistisch zu erreichendes Szenario mehr ist. Sie werden zumindest mittelfristig nach Aussagen von unserem obersten Klimaexperten Mojib Latif übersichtlich bleiben, da die USA mit gerade einmal 17 Prozent am Ausstoß klimaschädlicher Gase beteiligt ist. Dem kann ich nicht beipflichten, denn jede Tonne Kohlendioxid zu viel wird uns den unumkehrbaren Kipppunkten entscheidender Ökosysteme auf unserm Planeten näher bringen, womit dann der Titel von Prof. Dr. Schellnhubers letzter Publikation „Selbstverbrennung“ nicht mehr nur Warnung, sondern bittere Realität werden würde.

So bleibt zu hoffen, dass die Trotzreaktion auch einiger Bundesstaaten und Kommunen in den USA im Sinne eines „Jetzt erst recht“ die Klimaschutzanstrengungen forciert und verbindlicher macht und damit die Regierung der USA ins Abseits stellt.

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