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Wie geht es eigentlich dem Osterhasen?

Der Feldhase gehört zu den gefÀhrdeten Arten. Foto: Grey59  / pixelio.de

Der Feldhase gehört zu den gefÀhrdeten Arten.
Foto: Grey59 / pixelio.de

Das haben wir uns auch bei ecolo gefragt, denn was wĂ€re Ostern ohne den Osterhasen – oder besser gesagt den Feldhasen? Was viele nicht wissen, die Feldhasen werden in der Roten Liste bundesweit als gefĂ€hrdet bzw. in einigen BundeslĂ€ndern auch als stark gefĂ€hrdet eingestuft, darauf wird in der jĂŒngsten Pressemeldung des Bundesamts fĂŒr Naturschutz aufmerksam gemacht. Laut Prof. Beate Jessel, PrĂ€sidentin des BfN, sind es vor allem zwei Faktoren, die den Zustand des Feldhasen maßgeblich beeinflussen: der Verlust an Lebensraum und die weiter zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft.

 

Diese negative Entwicklung können schon einfache landwirtschaftliche Maßnahmen stoppen, wie der Erhalt und die verstĂ€rkte Einrichtung neuer Äckerrandstreifen. Denn diese sogenannten Fenster im Feld mit nahrungsreichen Wildpflanzenarten bieten vor allem den jungen wie alten Hasen einen störungsarmen Bereich mit hoher Deckung. Zudem profitieren die ebenfalls bedrohten Vogelarten Rebhuhn oder Feldlerche genauso von diesen Maßnahmen. „Wenn wir den RĂŒckgang des Lebensraumes der Hasen nicht stoppen, dann sieht es kĂŒnftig schlecht fĂŒr die Ostereier an Ostern aus“, erklĂ€rte Prof. Beate Jessel scherzhaft, und betonte zudem, wie wichtig eine Erhöhung der Dichte an BrachflĂ€chen in vielen Acker- und GrĂŒnlandgebieten sei, um bedrohten Arten der Agrarlandschaft das Überleben zu sichern.

 

Über den Feldhasen:
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist immer noch auf der Roten Liste gefĂ€hrdeter Tiere Deutschlands in der Kategorie „gefĂ€hrdet“ eingestuft. Als „gefĂ€hrdet“ gelten Arten, die merklich zurĂŒckgegangen oder durch laufende bzw. absehbare menschliche Einwirkungen bedroht sind. Wenn die GefĂ€hrdungsfaktoren und -ursachen weiterhin einwirken oder bestandserhaltende Schutz- und Hilfsmaßnahmen nicht ergriffen werden bzw. wegfallen, kann dies zur Folge haben, dass diese Arten lokal verschwinden. Als Ursachen fĂŒr den RĂŒckgang des Feldhasen werden Lebensraumverlust, Klimawandel, Krankheiten und Parasiten, Nahrungsmangel und Nahrungsvergiftung, landwirtschaftliche Produktionsmethoden, natĂŒrliche Fressfeinde, Jagd und sonstige Störungen durch den Menschen diskutiert. Der Feldhase gehört zu den 96 in Deutschland vorkommenden wildlebenden SĂ€ugetierarten und -unterarten. Ein Drittel dieser Arten ist derzeit nicht gefĂ€hrdet. Neben 11 als ausgestorben oder verschollen geltenden Arten sind die ĂŒbrigen Arten in unterschiedlichen GefĂ€hrdungskategorien eingestuft oder ungefĂ€hrdet.

 

Woran erkennt man den Feldhasen? Der Feldhase ist viel grĂ¶ĂŸer als das Wildkaninchen, die HinterlĂ€ufe und Ohren sind deutlich lĂ€nger. Sein Fell ist gelblichbraun mit rötlicher Tönung und auf der Ohrspitze hat er einen schwarzen Fleck, der Schwanz ist oben schwarz und unten weiß. Der Hase lebt typischerweise auf Wiesen, Feldern aber auch im Wald in Gruppenrevieren und Hasen graben keine Röhren, sondern Mulden. Die Tragzeit bei der HĂ€sin dauert ca. 40 Tage. Vier bis fĂŒnf WĂŒrfe mit ein bis drei Jungen sind pro Jahr möglich. Die Hasen entfalten ihre HauptaktivitĂ€ten in der DĂ€mmerung. Sie fressen am liebsten frĂŒhmorgens und am spĂ€ten Nachmittag, ihre Nahrung besteht aus Kultur- und Wildpflanzen. Und: Feldhasen legen ĂŒbrigens keine Ostereier!

In diesem Sinne und trotz alledem: ecolo wĂŒnscht frohe Ostern!

2 Antworten auf Wie geht es eigentlich dem Osterhasen?

  1. Andreas Lieberum sagt:

    Trotz der finalen Desillusion, bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: Woher haben de Osterhasen ihre Eier?

  2. Regan sagt:

    Das antwortet stern.de in diesem Jahr auf die Frage aller Fragen:

    So kommt der Hase zu den Eiern

    GrĂŒndonnerstag, der fĂŒnfte Tag der Karwoche, war im Mittelalter der Tag, an dem Bauern ihren Bodenzins an die Grundherren abfĂŒhren mussten. Gezahlt wurde auch in Lebensmitteln, gern in Hasen und Eiern. Doch bereits einige Jahrhunderte davor gehörten Hasen und Eier zusammen: Die Tiere waren der FrĂŒhlingsgöttin Ostara geweiht, die alten Germanen opferten ihr die ersten MĂ€rzhasen zusammen mit bunt bemalten Eiern. Doch ob dieser Göttin wirklich jemals gehuldigt wurde und sich gar von ihr das Wort Ostern ableiten lĂ€sst, ist umstritten. Einer der BrĂŒder Grimm, Jacob, hatte die Behauptung aufgestellt.

    http://www.stern.de/familie/kinder/woher-kommt-der-osterhase-2184133.html

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