´

Praxis Bau: So geht Kreislaufwirtschaft!

Fast 40 Gäste aus ganz Deutschland kamen zum Abschluss des Projekts „Entwicklung zukunftsfähiger Instrumente zum bewussteren Umgang mit gebrauchten Bauteilen“ am Dienstag, den 7. Juli, zusammen. Die Konferenz fand in den Räumen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück statt, die das Projekt vier Jahre lang förderte und mit der Projektleiterin Frau Exner immer eine treibende Kraft als Ansprechpartnerin hatte. Auch ecolo begleitet das Projekt bereits seit Jahren, berät und organisiert Veranstaltungen, wie auch diese Abschlusskonferenz.

Projektleiter aus Gronau, Luckenwalde, Saarbrücken und Aachen präsentierten ihre Rückbauprogramme und zeigten Bauwerke, die sie (fast) ausschließlich mit gebrauchten Bauteilen umsetzten. Ute Dechantsreiter, Vorstand des Bundesverbands bauteilnetz Deutschland e.V., fasste die Fortschritte der letzten Jahre zusammen und gab einen Ausblick darüber, welche Herausforderungen in der Zukunft noch zu meistern sind.

Die Wiederverwendung von Bauteilen hat viele Vorteile: Der sparsame Umgang mit Ressourcen wird gefördert und regt so eine nachhaltigere Arbeitsweise in der Baubranche an. Zudem entstehen durch die Gründung regionaler Bauteilbörsen neue Arbeitsplätze. Durch die Wiederverwendung alter Bauteile kann sogenannte Graue Energie – die Menge an Energie, die für ein Produkt von der Herstellung bis zur Entsorgung benötigt wird – eingespart werden. So wird weniger CO2 emittiert und das Klima geschützt. Außerdem werden Abfälle und so auch teure Entsorgungskosten vermieden.

„Der Abfall von gestern ist der Rohstoff von morgen!“, bekräftigte auch Anja Zens, Projektleiterin des Counter Entropy House. Sie präsentierte das mit Studenten der RWTH Aachen entworfene und realisierte 46m² umfassende Haus, das aus gebrauchten Bauteilen und sog. Sekundärrohstoffen besteht und ausschließlich über Solarenergie versorgt werden kann.

Bauteilbörsen für mehr Ressourceneffizienz

Neben Ressourcenschonung betont Michael Bär die sozialen Vorteile bei der Arbeit im GebrauchtBauMarkt Saarbrücken.

Projektleiter des GebrauchtBauMarkts in Saarbrücken, Michael Bär, ging besonders auf den sozialen Aspekt der Bauteilewiederverwendung ein. Er berichtete von seinen positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen: Die Arbeit in der Bauteilbörse sei sinnstiftend und verhelfe den Menschen zu mehr Selbstbewusstsein. Gleichzeitig würden sie qualifiziert und erhielten so bessere Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Die Gäste diskutierten auch Möglichkeiten, wie das Themas Bauteilewiederverwendung in die Ausbildungsberufe im Bereich Bau integriert werden kann, um jüngere Menschen für den nachhaltigen Umgang mit Baumaterialien zu sensibilisieren. Auch tauschten die Gäste sich über die teils noch unklaren rechtlichen Bedingungen beim Umgang mit gebrauchten Bauteilen aus und erwogen Wege, wie in der Gesellschaft noch mehr Akzeptanz für die die Werte in alten Bauteilen erreicht werden kann.

Mehr Informationen zum Thema Bauteilewiederverwertung gibt es auf den Seiten des bauteilnetz Deutschland und konkrete Bauteile bei der bauteilbörse bremen.

Social tagging: > > > > >

3 Antworten auf Praxis Bau: So geht Kreislaufwirtschaft!

  1. Ganz spannende Sache, die den kreativen Geist beim Bauen geradezu beflügelt! Gibt es eine Art Bauteilbörse-Infostand, den man zu einer Nachhaltigkeitsveranstaltung in Worpswede einladen könnte?

    Schöne Grüße, Jan.

    • Andreas Lieberum sagt:

      Die Möglichkeit besteht! Absprache mit dem bauteilnetz (Ute Dechantsreiter (0421-706058/dechantsreiter@bauteilnetz.de) oder mir.

      Andreas

  2. klebefolie sagt:

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.

    GruĂź Anna

Schreibe einen Kommentar