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Literaturtipp: Bauteile wiederverwenden

Handbuch fĂŒr die Praxis

Handbuch fĂŒr die Praxis

Jedes Jahr werden mehr als eine halbe Milliarde Rohstoffe im Bausektor eingesetzt, Tendenz steigend. Über 50 Milliarden Tonnen sind bereits in GebĂ€uden und Bauwerken verbaut. Die Wiedergewinnung dieser wertvollen Materialien hört sich zwar mit einer Recyclingquote von 82 Prozent sehr gut an, ist aber bei genauer Betrachtung zum allergrĂ¶ĂŸten Teil ein schlichtes Schreddern fĂŒr den niedrigwertigeren Einsatz.

Mit der Veröffentlichung des Buches Bauteile wiederverwenden – Werte entdecken hat die Herausgeberin Ute Dechantsreiter facetten- und kenntnisreich die Ergebnisse eines mehrjĂ€hrigen Forschungsprojektes praxisnah aufbereitet. Die Architektin und Altbauexpertin beschĂ€ftigt sich mit der Bestandsbewahrung und der nachhaltigen Sanierung von GebĂ€uden und setzt sich fĂŒr den bewussteren Umgang mit GebĂ€uden und der Wiederverwendung von Bauteilen ein. Sie ist MitbegrĂŒnderin der 2001 in Bremen eröffneten ersten Bauteilbörse Deutschlands sowie Initiatorin und geschĂ€ftsfĂŒhrender Vorstand des bundesweiten Netzwerkes „Bundesverband bauteilnetz Deutschland e.V.“

Andreas Lieberum, zustĂ€ndig fĂŒr die Kommunikationsberatung und Öffentlichkeitsarbeit im von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojekt, verfasste den Einleitungstext und einen Artikel im Handbuch fĂŒr die Praxis. Wer also wissen möchte, was alles möglich ist, wenn Bauherren, Abbruchunternehmen und Bauteilbörsen zusammen mit den kommunalen Einrichtungen Hand in Hand zusammen arbeiten, dem sei dies beim oekom Verlag erschiene Buch sehr ans Herz gelegt (ISBN 978-3-86581-786-0).

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Idomeni: ecolo hilft mit morethanshelters

Eine E-Mail von Daniel Kerber, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von morethanshelters, mit dem Hilferuf, seine Organisation in Idomeni zu unterstĂŒtzen, erreichte ecolo diese Woche: „Babys kommen im Schlamm zur Welt, Krankheiten und Seuchen verbreiten sich – sind wir eigentlich noch in Europa? Diese unglaublichen, schockierenden und traurigen Bilder aus Idomeni in Griechenland gehen seit vielen Tagen durch die Medien und sozialen Netzwerke. Mazedonien hat die Grenzen geschlossen und nun sitzen rund 15.000 GeflĂŒchtete in Idomeni fest. TĂ€glich kommen mehr. Die GeflĂŒchteten in Idomeni brauchen unsere UnterstĂŒtzung. Mit dem DOMO-Zelt möchten wir SchutzrĂ€ume zum Stillen und fĂŒr Ă€rztliche Versorgung in Idomeni ermöglichen und begleiten.“

Wir Kolleginnen und Kollegen zögerten nicht, angesichts der unmenschlichen ZustĂ€nde im FlĂŒchtlingscamp, fĂŒr sein Vorhaben zu spenden. ecolo-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Manfred und Andreas verdoppelten unseren Betrag noch. Wir kennen Daniel Kerber und morethanshelters seit 2013, als seine DOMO-Idee im IPP-Wettbewerb Hamburg in der Kategorie „Idee“ gewann. DOMO ist eine mobile Notunterkunft, die komplett aus umweltvertrĂ€glichen Materialien hergestellt wird, einfach auf- und abgebaut oder erweitert werden kann. Ressourcen aus der Einsatzregion können integriert und alle Teile des DOMOs weiter verwendet werden, sodass kein Abfall anfĂ€llt, wenn die UnterkĂŒnfte nicht mehr gebraucht werden. Die DOMOs stehen derzeit auch in Hamburg und kommen seit 2014 in einem syrischen FlĂŒchtlingscamp in Jordanien zum Einsatz.

Wir hoffen, dass mit den DOMOs die Not in Idomeni etwas gelindert werden kann und wĂŒnschen morethanshelters noch viele weitere UnterstĂŒtzer. Übrigens wird jedes DOMO, das wir hier gemeinsam durch Spenden ermöglichen, auch von der Hans-Sauer-Stiftung verdoppelt!

 

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Bremer Umweltpreis 2015 gestartet

Die Bremer Aufbau-Bank (BAB) ruft Firmen im Land Bremen auf, sich um den Bremer Umweltpreis 2015 zu bewerben. Der Unternehmenswettbewerb fĂŒr innovative Umweltlösungen aus Bremerhaven und Bremen lĂ€uft bis zum 30. September 2015 und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro dotiert. ecolo organisiert den Wettbewerb mittlerweile zum siebten Mal.

Logo_BUP Die Schirmherrschaft fĂŒr den diesjĂ€hrigen Wettbewerb hat Bremens Senator fĂŒr Umwelt, Bau und Verkehr Dr. Joachim Lohse ĂŒbernommen. „Die Bewerbung um den Bremer Umweltpreis ist eine gute Plattform fĂŒr die Betriebe. So können sie ihre BemĂŒhungen, die Umweltwirkungen in ihren WerkstĂ€tten oder bei ihren Dienstleistungen nachweislich verbessert zu haben, prĂ€sentieren. Gleichzeitig motivieren sie andere Unternehmen nachhaltiger und umweltfreundlicher zu handeln. Ihre WettbewerbsbeitrĂ€ge haben somit Vorbildcharakter und helfen, die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen. Die Ausschreibung ergĂ€nzt die AktivitĂ€ten der Bremer Umweltpartnerschaft auf ideale Weise. Ich habe deshalb sehr gern die Schirmherrschaft fĂŒr den Bremer Umweltpreis 2015 ĂŒbernommen“, so der Umweltsenator anlĂ€sslich des Wettbewerbsstarts.

Gesucht werden Projekte oder Verfahren, die die Umwelt besonders entlasten. Das können sowohl eine energieeffiziente oder ressourcenschonende Produktion wie auch eine herausragende umweltorientierte Strategie mit Wirkung in alle Unternehmensbereiche sein. Des Weiteren haben Produkte und Dienstleistungen, die in ihrer Nutzung und Anwendung den Umwelt- und Klimaschutz befördern, oder UmweltaktivitÀten im Rahmen ganzheitlicher CSR-Strategien gute Chancen im Wettbewerb um den Bremer Umweltpreis 2015.

Die BAB, die seit Neuestem unter der Marke „Förderbank fĂŒr Bremen und Bremerhaven“ auftritt, schreibt den Bremer Umweltpreis 2015 aus. Sie unterstĂŒtzt Unternehmen, verantwortlich und ressourcenschonend zu wirtschaften und mit innovativen Umweltideen die WettbewerbsfĂ€higkeit der Region zu steigern. „Mit dem Bremer Umweltpreis möchten wir verstĂ€rkt Firmen darauf aufmerksam machen, dass nachhaltiges Wirtschaften essentiell ist, um sich langfristig und nachhaltig am Markt behaupten zu können. Darum prĂ€mieren wir gute, zukunftsweisende Umweltinnovationen und fördern auch kĂŒnftig Unternehmen, deren Vorhaben Umwelt und Klima schĂŒtzen“, erlĂ€utert Ralf Stapp, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der BAB, die Idee hinter dem Wettbewerb. Die BAB, die jetzt auch offizieller Kooperationspartner von ‚umwelt unternehmen‘ ist, leistet mit der Ausrichtung des Bremer Umweltpreises einen wichtigen Beitrag zur Beförderung der Bremer Umweltpartnerschaft. Denn alle im Wettbewerb nominierten Firmen können anschließend Netzwerkpartner werden.

Bewerben können sich bis zum 30. September 2015 ausschließlich Unternehmen, die mehrheitlich in privatwirtschaftlicher Hand sind und einen Sitz im Land Bremen haben. Auf Initiative von Bremens Senator fĂŒr Umwelt, Bau und Verkehr, werden seit 2003 Umweltpreise an Firmen in der Region verliehen. Des Weiteren unterstĂŒtzen mit dem Know-how ihrer Umwelt- und Energie-Expertinnen und Experten die Handelskammer Bremen, die Handwerkskammer Bremen, die Klimaschutzagentur energiekonsens, die IHK Bremerhaven, die Wirtschaftsfördergesellschaften BIS und WFB sowie das RKW Bremen den Bremer Umweltpreis 2015.

www.bremerumweltpreis.de

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Praxis Bau: So geht Kreislaufwirtschaft!

Fast 40 GĂ€ste aus ganz Deutschland kamen zum Abschluss des Projekts „Entwicklung zukunftsfĂ€higer Instrumente zum bewussteren Umgang mit gebrauchten Bauteilen“ am Dienstag, den 7. Juli, zusammen. Die Konferenz fand in den RĂ€umen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in OsnabrĂŒck statt, die das Projekt vier Jahre lang förderte und mit der Projektleiterin Frau Exner immer eine treibende Kraft als Ansprechpartnerin hatte. Auch ecolo begleitet das Projekt bereits seit Jahren, berĂ€t und organisiert Veranstaltungen, wie auch diese Abschlusskonferenz.

Projektleiter aus Gronau, Luckenwalde, SaarbrĂŒcken und Aachen prĂ€sentierten ihre RĂŒckbauprogramme und zeigten Bauwerke, die sie (fast) ausschließlich mit gebrauchten Bauteilen umsetzten. Ute Dechantsreiter, Vorstand des Bundesverbands bauteilnetz Deutschland e.V., fasste die Fortschritte der letzten Jahre zusammen und gab einen Ausblick darĂŒber, welche Herausforderungen in der Zukunft noch zu meistern sind.

Die Wiederverwendung von Bauteilen hat viele Vorteile: Der sparsame Umgang mit Ressourcen wird gefördert und regt so eine nachhaltigere Arbeitsweise in der Baubranche an. Zudem entstehen durch die GrĂŒndung regionaler Bauteilbörsen neue ArbeitsplĂ€tze. Durch die Wiederverwendung alter Bauteile kann sogenannte Graue Energie – die Menge an Energie, die fĂŒr ein Produkt von der Herstellung bis zur Entsorgung benötigt wird – eingespart werden. So wird weniger CO2 emittiert und das Klima geschĂŒtzt. Außerdem werden AbfĂ€lle und so auch teure Entsorgungskosten vermieden.

„Der Abfall von gestern ist der Rohstoff von morgen!“, bekrĂ€ftigte auch Anja Zens, Projektleiterin des Counter Entropy House. Sie prĂ€sentierte das mit Studenten der RWTH Aachen entworfene und realisierte 46mÂČ umfassende Haus, das aus gebrauchten Bauteilen und sog. SekundĂ€rrohstoffen besteht und ausschließlich ĂŒber Solarenergie versorgt werden kann.

Bauteilbörsen fĂŒr mehr Ressourceneffizienz

Neben Ressourcenschonung betont Michael BĂ€r die sozialen Vorteile bei der Arbeit im GebrauchtBauMarkt SaarbrĂŒcken.

Projektleiter des GebrauchtBauMarkts in SaarbrĂŒcken, Michael BĂ€r, ging besonders auf den sozialen Aspekt der Bauteilewiederverwendung ein. Er berichtete von seinen positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen: Die Arbeit in der Bauteilbörse sei sinnstiftend und verhelfe den Menschen zu mehr Selbstbewusstsein. Gleichzeitig wĂŒrden sie qualifiziert und erhielten so bessere Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Die GĂ€ste diskutierten auch Möglichkeiten, wie das Themas Bauteilewiederverwendung in die Ausbildungsberufe im Bereich Bau integriert werden kann, um jĂŒngere Menschen fĂŒr den nachhaltigen Umgang mit Baumaterialien zu sensibilisieren. Auch tauschten die GĂ€ste sich ĂŒber die teils noch unklaren rechtlichen Bedingungen beim Umgang mit gebrauchten Bauteilen aus und erwogen Wege, wie in der Gesellschaft noch mehr Akzeptanz fĂŒr die die Werte in alten Bauteilen erreicht werden kann.

Mehr Informationen zum Thema Bauteilewiederverwertung gibt es auf den Seiten des bauteilnetz Deutschland und konkrete Bauteile bei der bauteilbörse bremen.

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